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Der Amphibiennachwuchs verlässt den Teich ...

Bei mir wandern die ersten kleinen Kröten offensichtlich aus
Ich habe 2 am Tümpelrand gesehen.

Die meisten sehe ich gar nicht, weil sie auf der Rückseite der Tümpel abwandern.

Zwischen den Tümpeln ist ja bis an die Weddern-Gräben totale, unberührte "Wildnis"
(hohes Schilf, verwilderte Brombeer- und Himbeersträucher, Heckenrose, Sumpfzypressen, Brennessel,
hohe Gräser und Co.)

Mir fällt auf, dass ich zwar vom ersten Jahr an (vor 6-7 Jahren), wo ich mit den Tümpeln angefangen habe und
gleichzeitig ja auch die "Verwilderungsaktionen" gestartet habe, Amphibien kamen, aber dieses Jahr erstmals gefühlte "tausende" an
Kaulquappen sich voll entwickeln konnten und auch abwandern.

Ich vermute, dass es tatsächlich an der jetzt wirklich eingewachsenen, vielfältigen "Wildnis" in und um die Tümpel
liegt.

Jetzt haben die Amphibien sehr gute Chancen, sowohl unentdeckt einzuwandern zum laichen, als auch wieder abzuwandern.

Und das trotz der vielen Fressfeinde.

"Retten" tue ich nur jene, die ich beim sehr zurückhaltenden Algen fischen auf den Algen habe.

Wer beim Abwandern den falschen Weg nimmt, ist Vogelfutter.

Ich denke, das ist von der Natur so gewollt, denn genau deswegen produzieren die Amphibien ja so gigantische
Nachwuchsmengen.

Fische gibt es in meinen Tümpeln auch:
Goldelritzen und offensichtlich Gründlinge ....und was sonst noch
eingeschleppt ist: keine Ahnung.

Vermutlich gibt es noch viel unentdecktes Leben in und unter der Schilfinsel.

Auf jeden Fall sind diese sich ständig verfielfachenden Mengen an Laich und Kaulquappen für mich ein
Indiz, dass es angesichts der verwilderten, direkten Tümpelumgebung immer mehr Tiere schaffen, bis zur nächsten Saison durchzukommen, um dann wieder an den Tümpeln zu erscheinen und abzulaichen.

LG
Kirstin
 
Hi Tinky,

Naja, kommt halt auch darauf an, wie weit der Rasen an den Teich heranreicht, wie gut die "grüne Hölle" vom Teich aus erreichbar ist und ob es evtl. denk- und zumutbar für euch ist, Amphibiensaison bedingt eine Art "wilden Schonstreifen" zwischen Teich und Rasen zu belassen. Ich werde dir da ganz bestimmt keine Vorschriften machen, allenfalls Vorschläge aus "Wildtiersicht". Wobei ich ja auch kein Wildtier bin, ich kann auch nur versuchen, mich ein bisschen in deren Welt reinzudenken.
 
Hi,

vom Teich zur Hecke sind es im hinteren Bereich 1,5Meter...
Vom Teich zur anderen Seite über ein Kiesbeet 2 Meter.
Die anderen 50% sind direkt am Rasen.
Wenn ich jetzt einen "wilden Schonstreifen" anlege muss ich mir erst Gedanken darüber machen wohin ich mich zurückziehen kann wenn die "wilde Ehefrau" davon Wind bekommt...die hat mir schon die Teichvergrößerung dieses Jahr "ausgeredet" und irgendwo muss ich auch mal zurückziehen
Die kommen ja auch bis ins Beet...die Frage ist ja nur ob ich die Kleinen :
a) in den Teich
b)ins Beet
c) in den Wald setzen soll...
Die vom Rasenmähen MÜSSEN also weg...sonst sind sie "weg"
 

Komisch, bei mir ist es ebenso. Gefühlt bin auch nicht öfters am Teich als in den vergangen Jahren, aber dieses Jahr sind mir die Minifrösche das erst mal aufgefallen. Bei mir ist ist auch nur eine kurze Seite des Teiches Rasen, der Rest ist verwildert, von Nadelbäumen bestanden und eine Seite hat einen Moor/Sumpfgürtel, auch ziemlich verwildert.
Ich beabsichtige auch keine Extra-Rettungsaktion, zumal ja nur ein kleiner Teil "frei" ist und so ne Amsel will ja schließlich auch leben. Allerdings sind mir hinten am Teich auch noch keine Amseln aufgefallen, obwohl sie bei mir auch öfters auf dem Hof auf den Rasen rum hoppeln.
 
Hi,
Die vom Rasenmähen MÜSSEN also weg...sonst sind sie "weg"

Vielleicht wissen die Amphibienkenner, ob es bestimmte Tageszeiten oder Witterungen gibt, zu denen die
Amphibien besonders wandern bzw. sich verkriechen.
Dann könntest Du Dein Mähen auf diese Zeiten einstellen?

LG
Kirstin
 
Stefan, ich habe Dir jetzt auch nochmal eine Fotodoku für Deine Recherchen gemacht

So sah es 2010 aus (habe das von einem Luftbild abfotografiert.)
Die Siloplatten waren gereinigt, also von Gülle befreit, der Zaun für die Pferdetränke quer über die Platten
gezogen, Unterwasserpflanzen ausgesetzt und der Bereich zwischen den Tümpeln zur Verwilderung stillgelegt.
Außerdem sieht man, dass die Hofplatten schwarze Fugen haben (ohne Bewuchs) und bis an die
Weddern-Graben-Kanten alles "grüne Wüste" ist - genau, wie die Nachbarflächen und das ganze Grundstück:




So sieht es an Tümpel 1 (der linke auf den Luftbildern) heute aus.
Die Schilfinsel in der Mitte ist auf einem großen Totholzast gewachsen, genau wie die wild gesääte Erle.
Ich denke, einige Wurzeln des Schilfs sind durch die Bruchritzen der Siloplatte mittlerweile unter den Beton verwurzelt.
Die meisten Wurzeln schwimmen aber.
Im Herbst steche ich die Schilfinsel genau wie die Kanten des Tümpels mit einem Spaten massiv zurück
(wer dann Schilf braucht, ist herzlich willkommen, sich Inselteile abzuholen )

auf der Pferdepaddockseite:



die weggezäunten Tümpelkanten verwildert:


Schilfinsel auf Totholz:


Kaulquappen von heute (es komen immer noch wieder neue dazu):
 
Tümpel 2 (rechts auf dem Luftbild) hat sich etwas anders entwickelt, ist aber ebenfalls auf einem Totholzast entstanden:



Die Wildnis zwischen den beiden Tümpeln.
Als "grundstock haben wir ein paar Beerengehölze, Heckenrose, die Sumpfzypressen gesetzt.
Alles andere hat sich selbst entwickelt.



Diese Wildecke reicht bis an die Grundstücksgrenze, die komplett von den Weddern und Gräben
umrandet ist.
Diese waren 2008 auch so weit es ging bis an den Rand bewitschaftet.
Ich habe alle Grabenränder mit einem (mittlerweile überwiegend mit heimischen Knickpflanzen besetzten)
8-10 Meter breiten Streifen versehen, der komplett unangetastet bleibt und verwildert:

 
Auf der Hofseite habe ich zunächst die Fugen der Hofplatte mit trittfesten, flachwüchsigen Wildkräutern
eingesäät, um Brücken für kleine Krabbler über den Hof zu schaffen.

An der Osthauswand auf der Hofplatte sind die Minis entstanden, die miteinander durch verschiedene, frohwüchse
Topf- und Kübelpflanzen verbunden sind, so dass Kleinlebewesen dort auch geschützt überall hinkommen:

 
Schön, dass es so viele Berichte über Amphibiennachwuchs gibt, der es auch wirklich bis zur Umwandlung schafft.

Es hilft ja schon, wenn die Jungamphibien an einer Seite Deckung finden und von dort "Richtung Wildnis" abwandern können.

Hier sind auch schon einige Junggrasfrösche unterwegs, aber die Mehrheit der Kaulquappen braucht noch etwas Zeit.

Die hiesigen Amseln haben sich nicht auf Jungfrösche spezialisiert, eher auf Früchte, aktuell Felsenbirne, demnächst dann wohl wieder Holunder.
 
Hallo,
Amphibien wandern am liebsten wenn es feucht und dämmrig ist, die Jungtiere haben jedoch keine andere Wahl als sich von ihrem Geburtsgewässer aus mehr oder weniger sofort einen Sommerlebensraum zu suchen. Nicht nur deshalb ist die Todesrate auch in völlig unberührter Natur sehr hoch.
MfG
PS: Bei uns dieses Jahr leider trockenheitsbedingt eine schwache Laichsaison...
 

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