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Fadenalgen wachsen, Wasserpflanzen nicht

Dieses Thema im Forum "Algen" wurde erstellt von gerd43, 13. März 2019.

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  1. gerd43

    gerd43 Mitglied

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    Hallo,
    vor 4 Jahren habe ich einen Gartenteich angelegt, der mich langsam zur Verzweiflung bringt. Mein Problem: Jede Menge schmutziggrüne Fadenalgen und Algenflocken am Grund, aber Wasser ganzjährig total klar; Schwebealgen sind nicht vorhanden.
    Hier einige Daten:
    - Inhalt ca. 4500l, 80cm tief, Folie EPDM
    - Teichgrund; ungewaschener Verlegesand/kies
    - Wasser: Regenwasser, aufgehärtet mit KH+ und GH+
    - Pflanzen-Filterteich, Bachlauf ca. 1500l/h, Skimmer mit Filtermatte gegen alles was schwimmt.
    Außer zugewanderten Molchen, Fröschen, Köcherfliegen, Käfern und Libellen keine Tiere.
    Die "Wasseranalyse" mit den UBL-Testchemikalien hat folgendes ergeben:
    GH: 6, KH: 5, pH: 5,6-8,5, No3: <0,5ppm, Po4: <0,02ppm, Fe: 0 (alles nicht Nachweisbar)

    Schlamm, Sand und etwas Wasser vom Grund entnommen, 14Tage dunkel stehengelassen und das Wasser untersucht:
    GH: 11, KH: 9, pH:7,5 , No3: <0,5ppm, Po4: <0,02ppm, also auch im Bodensubstrat keine überhöhten Werte von No3 und Po4 gefunden.
    Die Ursache könnte an zu wenigen Unterwasserpflanzen liegen, aber es gedeihen so gut wie keine der frei ausgepflanzten Wasserpflanzen richtig. Wasserhahnenfuß, Wasserknöterich, Tausendblatt, Krebsschere und selbst die Wasserpest treiben immer wieder aus, werden blass bis sandfarben und zerfallen; die Fadenalgen stürzen sich dann auf die freiwerdenden Nährstoffe und überwuchern alles. Selbst die Sumpfplanzen im Uferbereich (Blutweiderich, Sumpdotterblume, Wasseriris usw.) kümmern. Einzig Wasserminze und Bachbunge in Filterteich und Bach gedeihen gut.
    Meinen Unterwasserpflanzen fehlen anscheinend bestimmte Nährstoffe, die die Algen offenbar nicht brauchen.
    Die Fotos im Album "Algen" zeigen einige Einzelheiten.
    Abhilfemaßnahmen, aber leider alle erfolglos:
    Immer wieder Fadenalgen und Flocken vom Grund abgesaugt (schlecht für die Tierwelt...)
    Wasserwechsel mit Leitungswasser (10°dH, leider 25ppm Nitrat)
    Zugabe von Fe-Dünger "Wasserpflanzenpracht", danach Fe: ca.0,6ppm, nach 12Std. wieder 0.
    Hat jemand im Forum eine Idee, woher die Probleme kommen und was ich tun kann? Meine letzte Maßnahme wären 4,5m3 Muttererde........
    Viele Grüße und Danke für die Hilfe im Voraus
    Gerd
     
  2. krallowa

    krallowa Mitglied

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    Moin,
    zuerst wachsen die Algen, dann die anderen Pflanzen und wenn die gut gewachsen sind nehmen sie den Algen die Nährstoffe.
    Also, wie in fast allen Fällen hier, Ruhe einkehren lassen, warten bis mehr Sonne und Wärme da ist und dann geht es von ganz allein.

    MfG
    Ralf
     
    Ida17, teichern und Wetterleuchten gefällt das.
  3. gerd43

    gerd43 Mitglied

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    Hallo Ralf,
    danke für die schnelle Antwort. Das Problem ist nur, dass das auch bei Sonne und Wärme nicht besser wird, und jetzt schon über 4 Jahre. (Die Fotos stammen vom Frühjahr 2018) Die Wasserpflanzen kümmerten den ganzen Sommer und die Algen erfreuen sich bester Gesundheit. Ohne den Skimmer, dessen Filtermatte ich wöchentlich reinigen muß, sähe das Ganze noch schlimmer aus.

    MfG
    Gerd
     
  4. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    Das war auch meine Idee. Außerdem würde ich die Algen erst mal weitgehend in Ruhe lassen, es könnte nämlich sein, dass dein Wasser schlicht zu nährstoffarm für höhere Pflanzen ist. Das bisschen, das von außen eingetragen wird, "fressen" die Algen, die du entfernst und damit auch den Dünger für deine Pflanzen.

    Was etwas irritiert, ist der schwankende pH. Sind das verschiedene Ergebnisse eines bestimmten Zeitraums und ist da irgendwie ein Trend erkennbar? 5,8 ist zu niedrig, 8,5 zu hoch. Lass den Teich einfach mal eine Weile in Ruhe, lass die Mittelchen, setz ein paar Pflanzen, die mit Nährstoffarmut zurechtkommen, mess ein bisschen jeweils morgens und abends und beobachte. Aber vor April wird sich außer Algen wenig tun. Das ist völlig OK, versuch es auszuhalten ;)

    Und was hast du an Substrat drin?
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2019
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  5. gerd43

    gerd43 Mitglied

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    Der pH-Wert schwankt im Tagesverlauf. Kommt das nicht auch dadurch, dass zu wenig Kalk im Wasser ist (Stichwort Pufferung) ? Als Substrat habe ich sogenannten Verlegesand / Kies verwendet, was ja auch immer wieder empfohlen wird. Der wird hier bei uns unter ehemals landwirtschaflich genutztem Boden abgebaggert, aber ich habe auch darin kein Nitrat und Phosphat finden können. Auch unserem Leitungswasser wir kein Phosphat zugesetzt.

    Leider muß ich mich mal für einige Stunden abmelden, denn der Hund muß mal raus......
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2019
  6. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    Hm, bei einer Karbonathärte zwischen 5 und 9 müsstest du eigentlich genug Pufferkapazität haben :wunder
    Die Säureschwankungen könnten davon kommen, dass das System mangels Pflanzen nicht "rund" läuft, aber das ist mehr ein Gefühl, als dass ich das jetzt in Gleichungen oder so begründen könnte. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, lege noch ein bisschen Puffer rein, eine Handvoll Marmorkies oder sonstige Kalksteine. Die lösen sich nicht sofort, führen aber auch nicht zu extremen Ausschlägen.
    Mit (lehmhaltigem) Verlegesand bist du eigentlich auf der sicheren Seite.

    Ich hab mir noch mal die Nährstoffbedürfnisse deiner Wasserpflanzen angeschaut, die sind alle mittel bis hoch. Kann also gut sein, dass die im Lauf ihrer Wachstumsphase buchstäblich verhungern. Deine Sumpfpflanzen sind jetzt auch nicht gerade Hungerkünstler. Wird die Seerose extra gedüngt?
    Bis wer auftaucht und mir sauber darlegt, dass ich mich irre, bleibe ich bei meiner Theorie, dass du das Biotop erst mal langsam aufbauen und päppeln musst und Pioniere wie Algen erst mal ertragen musst.
    Ist so ähnlich wie Humusaufbau im Garten: ein magerer Lehmboden gibt auch kein Gemüse her, bevor man nicht mittels Gründüngung und mulchen, mulchen, mulchen mit verrottendem Material und Kompost fruchtbaren Humus aufgebaut hat.

    Aber bitte keinen Kompost oder ähnlichen Dünger in den Teich jetzt ;) Nur nicht mehr gründlich aufräumen könnte mittel- bis langfristig schon reichen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2019
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  7. gerd43

    gerd43 Mitglied

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    Hallo Beate,
    danke für die ausfühliche Antwort.
    Die Seerose wird im Sommer mit Düngerkugeln gedüngt und wächst und blüht dann auch ganz gut. Zu Kabonathärte und pH noch folgendes: JBL liefert zu seinen Wassertest-Sets eine Tabelle mit dem Härtebereich und dem pH-Wert für ausreichenden CO2-Gehalt und damit guten Pflanzenwuchs. (>20mg) Hiernach liege ich irgendwo zwischen 2 - 5mg, also viel zu niedrig. Bei meinem KH von 6 müßte der pH-Wert unter 7 (!) liegen. Bei pH = 7,4 ist eine Härte von min. 12 erforderlich; dort hört aber auch die Tabelle auf. Ich habe schon Calciumcarbonat in Pulverform in den Pumpensumpf gegeben, wo es sich sehr, sehr langam aufgelöst hat, aber ohne eine Wirkung. Auch ein Sack mit ungedüngtem Torf lag schon wochenlang im Pumpensumpf, aber auch das ohne merkliches Absenken des pH-Wertes.
    Hätte ich in den letzten 4 Jahren den sich immer wieder bildenden flockigen Mulm nicht (teilweise) absaugen sollen und wie soll ich mit den absterbenden Teilen der Unterwasserpflanzen verfahren?

    Viele Grüße
    Gerd
     
  8. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    Hi Gerd,

    Hm ok, lt. der Tabelle hast zu wenig KH. Ich bin mit meinen Werten nach dieser Tabelle übrigens auch regelmäßig grenzwertig oder drunter, schadet meinen Pflanzen aber jetzt nicht. Mit dem pH würde ich auf keinen Fall runter gehen,das vertragen viele Pflanzen nicht. Wobei es auch schöne gibt die mit 6 -6,5 gut zurecht kommen, Krebsschere z.B. aber grundsätzlich mögen die meisten eher kein saures Wasser. Lass bitte den Torf weg, es sei denn du willst es wirklich sauer. Kalksteine liefern dir mehr Härte, aber langsam und über neutral, also pH 7 kommst du mit denen eigentlich nicht.
    Und ja ich denke -Achtung Ferndiagnose, also nur so eine Idee, probieren und beobachten musst du selbst- dass mehr "Dreck" für die Düngung nicht schadet.
    Dein Teich sieht auf deinen Bildern echt toll aus, wär schon schade, wenn man da außer Algenwatte nix mehr sieht. Aber ein Stück weit gehören sie dazu. Ich würde das Experiment wagen, dieses Jahr nur vorsichtig das abzufischen, was definitiv zu viel ist und wenn du neue Pflanzen setzen willst, für den Anfang "Hungerkünstler" probieren. Und dann einfach zusehen.
     
  9. gerd43

    gerd43 Mitglied

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    Hallo Beate,
    irgendwo habe ich da ein Verständnisproblem: Es wird überall geschrieben, das in nährstoffreichem Wasser sich die Algen kräftig vermehren und man dagegen (Unter)wasserpflanzen einsetzt, die den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Ist soweit verständlich. Aber, wenn wie in meinem Fall, die Wasserpflanzen nicht wachsen wollen, weil zu wenig Nährstoffe vorhanden sind, wovon leben dann die Algen? Kann es nicht auch daran liegen, dass den höheren Pflanzen bestimmte Nährstoffe, Spurenelement oder auch nur CO2 fehlt, ohne das die Algen aber durchaus zurecht kommen?
    Ich werde aber auf jeden Fall Deinen Rat befolgen, und nur ganz vorsichtig abfischen, was der Skimmer nicht einsammelt und mal abwarten, was passiert. Den Mulm am Grund werde ich komplett in Ruhe lassen. Welche Pflanzen kämen denn als "Hungerkünstler" in Frage?

    Liebe Grüße
    Gerd
     
  10. Knoblauchkröte

    Knoblauchkröte Experte Mod-Team

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    Hi Gerd,

    "Naturgewässer" haben bei weitem keine so extrem hohen CO2 Werte wie sie für "Aquarien" gerne als Minimum angegeben werden - aber auch da wachsen die meißten der einfachen altgedienten 0815 Aquarienstandartpflanzen auch bei deutlich weniger als 20mg/l;). 4-5mg CO2 pro l ist für die meißten "Freiluftgewässer" wie es Seen, Flüsse, Gartenteiche sind schon recht hoch, in der Atmosphäre ist schließlich auch kaum noch was:D
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2019
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