Filterbau - Biofilmreaktor?

toschbaer

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HI,
ich habe da mal Fragen!!!
Hat jemand von euch einen BiofilmreaKtor?:lala
Wenn ja, seid Ihr damit zufrieden?
Wie sieht das Innenleben des Reaktor aus??

Und ich wünsche Euch ein gutes und gesundes Neues Jahr!!!:oki :oki :oki

MfG
Friedhelm

Edit by Joachim: Titel geändert.
 

Annett

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Haitu

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AW: Filterbau

Hallo,

Ein Appel für den Biofilm.

Ein Biofilm bildet sich immer dort wo Wasser vorhanden ist, wo Bakterien sich festhalten können und in Ruhe gelassen mit der Besiedlung beginnen können.
Es ist eine Multikuli-Bakteriengesellschaft die an einander und von einander profitiert und sich sich dabei auch wechselseitig gesund erhält.
Zu erkennen meist als Schleimiges am Medium und zu vergleichen mit unserer Darmflora oder auch mit einem Biotop wie es ein Korallenriff ist.
Und genau wie dieses braucht der Biofilm zur Entwicklung Zeit und gleichbleibende Lebensbedingungen, dazu gehören auch die Jahreszeiten.
Für die biologische Reinigung des Teichwassers gibt es nichts besseres.
Da sich solcher Biofilm auf allen Filtermedien bilden kann und sogar an der Grenzfläche Wasser-Luft, dann nennt man ihn Kammhaut, ist die Wahlmöglichkeit des Filtermediums immens vielfältig.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass jemand die Lamellen von Chalosien geschreddert hat; Darauf muss man erst einmal kommen. Aber warum nicht, auch da können sich Biofilme drauf bilden.
Eigentlich dürften Filtermedien nicht durchgespült/rückgespült "gereinigt" werden.
Darum ist mir eine gröbere Körnung beim eigentlichen Biofiltersubstrat lieber als eine feine.
Daraus folgt dann auch ein größeres Behältervolumen.

Den Platz hat aber nicht jeder und muss dann wegen der erforderlichen Besiedlungsfläche auf kleinere Körnung ausweichen.
Das geht, aber dafür sollte dann eine gute Vorklärung, mindestens siebfilteräqiuvalent, vorhanden sein. Es gibt bei entsprechender Vorfilterung eigentlich keine Gefahr, dass der Biofilm den Filter zuwachsen lässt, undurchlässig werden lässt.
Der Biofilm selber formt Kanäle durch die das Wasser die Nährstoffe heranführen kann.

Das ganze ist eben ein hochorganisierter, nähstoffverwertender Organismus.

Die Tonnenvorklärer, zu denen ich auch gehöre, sollten das gröbere Material verwenden.
Bei uns wäre das Zusetzen des Mediums bei feiner Körnung durch gröbere Partartikel eher gegeben.
Es sollte eigentlich gewährleistet sein, dass sich das Filtermedium nicht verstopfen kann, eine Rückspülung wie immer nicht notwendig wird.
Darum finde ich einen Freiraum unter dem Substrat gut in dem sich Humus "Schlamm" sammeln kann. Humus?
Wenn der Biofilm in Ordnung ist, müsste er eigentlich reinen Humus produzieren.


Einige werden jetzt denken, Humus? ist das nicht der reinste Dünger für meinen Teich?
Nein, es entsteht hier ein Dauerhumus, der kann Nährstoffe sehr gut binden und erst Pflanzen können in einem komplizierten Verfahren die Nähstoffe im Humus herauslösen und sich nutzbar machen, und den kann man dann vielleicht ein mal im Jahr, im frühen Frühjahr? ablassen oder auch abziehen.
Bei einem bepflanzten Filter entsteht dann zwangsläufig weniger Humus, da hier ja schon einiges in Pflanzenmasse umgewandelt wird.
Auch auf dem Humus entwickelt sich im Grenzbereich Humus-Wasser ein Biofilm, ein anders strukturierter, aber auch einer der für die Wassergesundheit vorteilhaft ist.
Darum denke ich sollte man im Frühjahr nicht alles an Schlamm rausholen, sondern die Hälfte ca.
Wenn man die Regenwassernutzer fragt, ich meine die, die damit waschen, ihr Klo spülen und anderes, ihre Sammeltanks nie reinigen, wird man hören, dass das Wasser von Jahr zu Jahr "frischer" riecht.
Das bewirkt der Biofilm auf den Wänden und insbesondere am Boden.
 

toschbaer

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AW: Filterbau

Hallo Otto,
ich möchte mich Axels Meinung anschließen und Dir für die gut verständlichen Ausführungen danken!
Ich bin der festen Überzeugung, dass es möglich ist ohne UVC-Brenner, I-Tronic oder Ultraschall auszukommen!
Meiner Erfahrung nach wird durch einen UVC-Brenner nicht nur die Zellstruktur der Schwebealgen und der wichtigen Bakterien zerstört, sondern es entsteht Nahrung für die "langen grünen Pflanzen". :kotz
Das heißt im Prinzip, je höher die UVC-Bestrahlung ist desto mehr "Nahrung" wird ihnen geliefert.
Also will man dann die Fadenalgen wieder los werden! :beeten
Für mich folgert daraus, dass durch die Zerstörung beider Algenarten die Wasserqualität für Fische ungenügend wird.
Meinen Teichfilter habe ich aus diesem Grund wie von Otto beschrieben aufgebaut. Daher hoffe ich - wie schon mal von mir gesagt - dass ich den Filter höchstens 1x jährlich reinigen muss!
Nach meiner persönlichen "Teichphilosophie" sollte man einen Filter mit so wenig Energie (Strom) wie möglich betreiben. Mein 4- Kammerfilter auf Schwerkraft wurde von mir mit einer 10.000 er Pumpe mit 75 Watt bestückt ( von "LifeTech" 104,-€ - von ihnen selbst dann nachgemessen mit ca. 95 Watt ). Das Wasser lasse ich langsam durchfließen, damit die Bakterien genügend Zeit haben ihre "Arbeit" zu verrichten.
Den Filterausgang habe ich mit einem Y-Stück gesplittet, so dass die eine Hälfte in den Teich geleitet wird und die andere zum 5000 l "Bio-Kies-Pflanzen-Filterteich" ( siehe mein Album).
Den Skimmer betreibe ich mit einer 6000 er Pumpe ( 75 Watt ) - nicht auf Schwerkraft -da ich diesen mit einer Zeitschaltuhr nur für 3 Stunden täglich laufen lasse.
Bisher habe ich kristall klares Wasser und die Werte sind optimal. Ich hoffe, dass es im Sommer ebenso bleibt!

MfG
Friedhelm


 

toschbaer

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AW: Filterbau

Hallo Jürgen,
:oki genau das!!!
Daraus schlußfolgernd habe ich mir meinen Filter (3400l) im Dezember gebaut,
1. Kammer 25 Kg Zeolith verteilt in 10 Kunststoff- Gewebesäcke
30 Kg Lavasteine verteilt in 2o KS Gewebesäcke:
dieses soll als Vorfilter fungieren.
2.+3. Kammer 1.500 l klein geschnittene Jalousien
4. Kammer 200 l Filterschaumplatten

und dann den Foto
Durch dieses Sytem sollte der Teich (mit ca.15 Tonnen Steinen von 10-30 cm Durchmesser) genügend Biofilmfläche haben.

LG
Friedhelm
 

gerd5000

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AW: Filterbau - BiofilmreaKtor?

Hallo.
Ich wollte berichten, wie ich über den Winter gekommen bin, mit meinem Biofilmreaktor.
Ich habe im März mal die Wasserwerte genommen, kann nur sagen, Super Werte. Ihr würdet sagen: Kunststück, noch kein füttern, also auch keine Verunreinigungen.
Danach habe ich regelmäßig alle 2 Wochen die Wasserwerte überprüft.
Ergebnis: bis heute
noch super Werte. Obwohl
1.) ich habe seit Sommer 2007 ca. 60 Jungbrut-Kois, die mittlerweile schon 5-8 cm erreicht haben, im Filtergraben schwimmen.
2.) Ich habe im Mai 2 Medikamentenbehandlungen durchgeführt (Malachit grün).
Außer der Jungbrut habe ich im Teich (22000 Liter)noch 20 Kois zwischen 30 und 60 cm und 3 Störe schwimmen.
Trotz des Überbesatzes und 3-4 mal füttern pro Tag sind die Wasserwerte
gut und vor allen Dingen bleiben diese stabil, auch während der Medikamentenbehandlung.
Es ist das erste Jahr, wo ich keine Starterbakterien einsetzen mußte.
Nach der Medikamentenbehandlung hätte ich diese wieder erneuern müssen.
Ich bin mit meinem Biofilmreaktor sehr zufrieden und möchte diesen nicht mehr missen, obwohl er in anderen Foren runtergemacht wurde und sogar als "Gülleschleuder" bezeichnet wurde.
Soviel erstmal.

Gruß Gerd
 

toschbaer

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AW: Filterbau - Biofilmreaktor?

Hallo Gerd,
schön, dass der Biofilmreaktor funktioniert ! :oki

Ist er gekauft oder hast Du ihn selber gebaut ?
Mich würde Durchmesser, Länge und Inhalt interessieren...! :lala

Du schreibst, dass die Wasserwerte gut sind - ist das Wasser dabei auch klar?

LG
Friedhelm
 
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