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Filtermaterial-Bestimmung

Dieses Thema im Forum "Technik im und am Teich" wurde erstellt von Jürgen-V, 30. Juli 2008.

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  1. Jürgen-V

    Jürgen-V Mitglied

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    Hallo

    Da sich die Fragen nach dem richtigen Bio-Filtermaterial hier im Forum häufen
    und der Markt jede Menge anbietet, werde ich hier mal dieses Thema behandeln.

    Ich habe selbst viele verschieden Filtermaterialien getestet und deshalb auch einwenig praktische Erfahrungen gesammelt. Alle kann ich natürlich nicht behandeln, aber schon ein paar Beispiele anführen.
    Ich werde es Versuchen so zu erklären, das es auch der Neuling verstehen kann.

    Da ich einen Koiteich habe, gehen meine Aussagen und Empfehlungen der Filterung auch in diese Richtung. Wobei das Prinzip des Gartenteichfilters doch sehr ähnlich ist.

    Erstmal sollten wir wissen, warum man einen Biofilter braucht und was für einen Zweck er hat.
    Je nach Fischbesatz hat jeder Teich eine gewisse Menge an Nährstoffen die man nicht mechanisch entfernen kann. Dies können nur Bakterien erledigen, ähnlich wie in einem Klärwerk.
    Es bilden sich zwar von alleine an den Teichwänden und am Boden Bakterien, aber diese Oberfläche ist zu einfach zu klein, um die angefallenen Nährstoffen abzubauen.
    Wir benötigen also eigentlich nur eine größere Oberfläche für die Bakterien, damit sie ihre Arbeit vollständig verrichten können.
    Um diese Ansiedelungsfläche den Bakterien zu bieten, helfen wir ein wenig nach und setzen einen biologischen Filter als Zusatz mit in den Wasserkreislaufsystem ein.
    Dieser Filter hat nichts mit einem Schmutzfilter gemeinsam, weil seine Arbeit allein für den Nährtsoffabbau zuständig ist.
    Die Größe des Filters richtet sich nach Hauptpunkten wie,
    • Größe des Teiches
    • Fischbesatz und Effizienz des Filters
    Faustformeln, das der Filter z.B. ein Drittel des Teichvolumens haben sollte, sind meiner Meinung nach völlig veraltet, weil es heute Filtermedien gibt, die einiges mehr an Oberfläche bieten und deshalb weniger Eigenvolumen benötigen.

    Jetzt sind wir eigentlich beim Thema:

    Was nehme ich und was ist vor allem auch Sinnvoll für mich, oder anders gesagt, was funktioniert auch gut bei mir.

    Ausschlaggebend für eine gut funktionierende biologische Filterung, ist die Grobabscheidung oder auch Schmutzfilterung genannt.

    Nur wenn diese gut arbeitet, kann es auch mein Biofilter.

    Arbeitet sie schlecht, setzen sich Schmutzteile an den Biokörpern fest, vergammeln und verrotten dann dort nach und nach. Man kann das auch schon mal am Geruch wahrnehmen.

    Die eigentliche Funktion des Biofilters nimmt ab, unsere gewünschte Oberfläche wird erheblich kleiner und es können dann sogar noch zusätzlich Gammelecken entstehen.

    Ein Beispiel:
    Ich kann einen Ferrari nicht mit schmutzigem Benzin fahren. Er wird stottern und vielleicht sogar stehen bleiben.
    Führe ich einen z.B. Golf sauberes Benzin zu, komme ich vielleicht sogar schneller und sicherer ans Ziel, weil ich keine Aussetzer habe.

    Was ich eigentlich damit sagen will, es bringt das teuerste und beste Filtermaterial nichts, wenn die Vorfilterung nicht stimmt.

    Viele sagen zu recht, eine Filteranlage steht oder fällt beim Vorfilter.

    Als gutes altes bewährtes Filtermaterial ist die Japanmatte, die es auch in verschiedenen Ausführungen gibt.
    Sie ist leicht beim Filterbau zu verarbeiten und erfüllt seinen Zweck. Sie ist leicht zu reinigen und kommt auch mal mit einer schlechteren Vorfilterung klar.
    Die Oberfläche dieses Materials bewegt sich je nach Bauart um die 300 m²/m³ und käme deshalb für mich heute nicht mehr in Frage.

    Biobälle, Bioblocks usw. lassen auch gerne mal eine Verschmutzung durch, haben aber dafür auch keine große Oberfläche.

    Von Zeolith, Aquarock usw. im Filter halte ich gar nichts. Es ist nur begrenzt haltbar und benötigt eine gute Vorfilterung. Ist diese nicht gegeben, setzen sich die kleinen Poren schnell mal zu, hier können dann schnell mal Gammelecken entstehen. Die Reinigung ist begrenzt wiederholbar und eher beschwerlich.

    Ein neues Produkt ist Siporax.
    Es hat eine sehr große Oberfläche, aber es hält leider nicht was es verspricht. Nach den neusten Erkenntnissen verstopfen die kleinen Poren sehr schnell und laut Rainer (chromis) nicht mal im Aquarienbereich zu empfehlen.

    Mein persönlicher Favorit ist hel-x, ich habe es jetzt schon längere Zeit im Einsatz und kann nichts schlechtes darüber berichten, außer das es recht teuer ist.
    Auch da gibt es verschiedene Sorten. Ich habe mich für das hxf12kll entschieden.
    Es hat eine sehr große geschützte Oberfläche von 850m²/m³ und kann durch seinen kurzen Körper auch leichter mal als "bewegt" eingesetzt werden.
    Durch diese hohe Oberfläche ist wesentlich weniger Filtervolumen nötig und dadurch kann auch wieder Geld eingespart werden.
    Ich benötige weniger Filterkörper und somit weniger Behälter mit Anschlüssen usw. die Filteranlage verkleinert sich und man sollte auch Bedenken, daß dieses Filtermaterial ein ganzes Leben lang halten kann. Es ist also meiner Meinung nach, eines der besten Filtermaterialien zur Zeit und eine sinnvolle Anschaffung.

    Fazit:

    Ein wichtiger Faktor beim Filtermaterial ist eine richtige Einschätzung vom eigenen Vorfilter.
    Wer nicht Besitzer eines Trommel- oder Vliesfilter ist, und sich nicht sicher ist, wieviel Schmutz am Vorfilter vorbei läuft, kann seinen Vorfilter mal einem Test unterziehen.

    Einfach nach dem Schmuztzfilter z.B. Siebfilter einen feinen Schaumstoff oder Filtervlies anbringen und eine zeitlang laufen lassen.
    An dem hängengebliebenen Schmutzteilen kann man dann in etwa einschätzen, ob ich meinen Schmutzfilter verbessern muß, oder ein großporigeres Biofiltermedium benötige.

    Es bringt nichts Filtermaterial zu kaufen das so kleine Poren oder Öffnungen hat, wo der Schmutz nach dem Vorfilter im Biofilter hängen bleibt.

    Wir könnten jetzt hier noch in die Tiefe gehen und Themen wie:
    • bewegtes oder ruhendes hel-x,
    • Fließgeschwindigkeit
    • Reinigungsintervalle
    • Besiedelungszeiten
    • verschieden Filterbehälterkonstruktionen usw. behandeln
    Aber das würde dann doch den Rahmen sprengen.

    Ich hoffe ich konnte das wichtigste einigermaßen verständlich rüber bringen.

    also Augen auf, beim Filterkauf.;)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Juli 2008
  2. firehunter

    firehunter Mitglied

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    AW: Filtermaterial-Bestimmung

    Vielen Dank für diese Erläuterungen!
     
  3. Trautchen

    Trautchen Mitglied

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    AW: Filtermaterial-Bestimmung

    :lala1 Hallo, mein Gott Jürgen. :oki
    So viel Arbeit...

    Aber zu K1 haste gar nichts geschrieben. Hattesté doch auch schon mal. :lala1

    doch, bitte bitte, :lala1 muß ja nicht gleich sein... :liebguck :liebguck :liebguck
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juli 2008
  4. Digicat

    Digicat Mod-Team Mod-Team

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    AW: Filtermaterial-Bestimmung

    Servus Jürgen

    Super, was erst nach langer Suche im Forum zu finden ist, gibts jetzt Kompakt in einem Thread :oki

    Hervorragend verständlich geschrieben :five .

    Ps.: Danke für die Mühe, diese Filtermedien zu testen :oki
     
  5. tattoo_hh

    tattoo_hh Mitglied

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    AW: Filtermaterial-Bestimmung

    schöne kurze und verständliche abhandlung. sollte ins basiswissen.....
     
  6. hochufer

    hochufer Mitglied

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    Hallo Jürgen-V,

    vielen dank für die ausführliche Beschreibung zur Filtermaterial-Bestimmung!!
    SUPER!!!

    Wenn ich nun Deinen Vorschlag in meinem Filter umsetzen will, muss ich dann anstatt dem Hängepatronen-Filter auf HEL-X umstellen, oder das HEL-X zusätzlich einbauen was auch möglich wäre?? (Mein Artikel: "Ansaugung im Teich für Patronenfilter")

    Gruss Werner
     
  7. Dodi

    Dodi Mitglied

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    Hallo Jürgen!

    Toller und sinnvoller Beitrag, verständlich geschrieben! :oki

    Von so etwas bitte mehr! ;)
     
  8. Thomas Gr.

    Thomas Gr. Mitglied

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    AW: Filtermaterial-Bestimmung

    Hallo Jürgen

    BITTE MEHR interresse besteht dringend bin mir nicht sicher das meine Anlage optimal ist . Bin um Erleuterungen und Belehrungen immer offen.

    Grüße aus dem ODW
    Thomas G
     
  9. hansemann

    hansemann Mitglied

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    Hallo Jürgen,

    wäre wirklich interessant, wenn du deinen tollen Beitrag noch vertiefen könntest, du hast uns ja schon ganz heiß gemacht und die weiteren Themen angeschnitten z.B. Helix bewegt, Durchflußgeschwindigkeit etc.

    Vielleicht hast ja schon alles fleißig vorbereitet (Zeit hattest du ja, warst ja wochenlang im Urlaub:( ) und braucht es nur noch aus der Schublade holen:toll

    Viele Grüsse
    Hans
     
  10. Matin

    Matin Mitglied

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    Hallo
    Da ich mir nicht viel unter Helix vorstellen kann gibt es irgendwo Bilder und Preise darüber.
    Gruß
    Martin:oki
     
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