KUPFER - rohre und bauteile ...

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hallo zusammen,

immer wieder kommt in diversen foren die diskussion auf ob kupfer -bauteile oder rohre zur teichwasser einspeisung oder aus dachrinnen gefährliche stoffe an den teich abgeben.

der sehr oft gehörte tenor lautet - bloß nicht - kupfer ist hochgiftig und lagert sich an.

da ich um meine eigene neugierde zu befriedigen mal einen kleinen test gefahren habe und diesen soeben in einem anderen forum schrieb würde ich diesen beitrag gerne mal hier auch zu r ansicht und diskussion stellen.

ich würde mich über euere meinung freuen ?
hallo zusammen,

gerade wegen der ewigen diskussion um kupfer habe ich bei mir am teich mal einen kleinen feldversuch durchgeführt:

der ablauf meines pflanzenfilters erfolgt über einen sprudelstein in den teich.
dieser sprudelstein wirkt immer wie ein kleiner tannenbaum da er als erster einen algenbelag bekommt.

als versuch habe ich auf diesen sprudelstein ein blankgeschmirkeltes kupferrohr gesteckt und dadurch den auslauf verlängert (ca. 20cm)
-- nach ca. 1 woche hatte das kupfer eine oxidschicht gebildet (oberfläche matt und dunkel)- während dieser zeit war keine änderung am algenwachstum des sprudelsteines steines feststellbar.
-- ich habe dann weitere 2 wochen (im 2tagesrytmus) das kupfer blankgeschmirkelt - auch in dieser zeit war keinerlei änderung an dem algenbelag des steines sichtbar - auch umliegende pflanzen zeigten keinerlei anomalien.
nach weiteren 2 wochen brach ich den test ab ohne irgendeine sichtbare veränderung an algen und pflanzenwachstum.

wie lothar in einem seiner postings schreibt sind es die algen die auf die geringste konzentration an kupfer negativ reagieren.

als resumee wage ich einfach nun mal die behauptung daß die ablösungen von kupfer aus metallen am oder im teich sehr gering sind und auch vernachlässigbar - noch geringer dürfte die gefahr sein wenn das kupfer sich durch oberflächenoxidation versiegelt hat.

zu erwähnen ist aber daß sich das teichwasser bei mir immer im PH- bereich 7,0 - 7,5 bewegt - sollte sich das wasser in akalische wie auch in den saueren bereich bewegen könnte das ergebniss anderst aussehen - nur leider habe ich immer einen stabilen ph-wert im teich und kann keinen anderen test aufgrund dessen fahren.

**** ich habe auch an anderen stellen im teich kupfernieten seit 3jahren verarbeitet - das kupfer zeigt keinerlei anlösungen etc.

gruß jürgen

sagt euere meinung


gruß jürgen
 

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Hallo Jürgen,

keine Ahnung, ob Kupferionen abgegeben werden, wenn das Metall immer wieder blank geschmirgelt wird. Ich gehe aber als sicher davon aus, dass es zur Abgabe von Ionen nicht (mehr) kommt, sobald sich eine (auch nur hauchdünne) Oxidschicht gebildet hat.

Beste Grüsse
Stefan
 

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hallo stefan,

diese meinung teile ich auch - wobei kupfer ab einem PH-wert unter 6 wieder blank werden soll - deshalb wird auch die verwendung in der hauswasserinstallation bei niederem ph nicht empfohlen ???

gruß jürgen
 

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also generell ist es richtig, dass kupfer gegen algenwachstum und pflanzen wirkt. das ist eindeutig bewiesen, zb durch die unterwasserschutzanstriche von schiffen. die sind oft stark kupferhältig, um algenbewuchs am rumpf zu verhindern.

allerdings kommts wohl wirklich immer auf die dosis an und die dürfte bei deinem feldversuch mit dem rohr wohl längst nicht gegeben sein. ich seh da also kein problem.

abgesehen davon glaub ich auch nicht, dass kupferrohre im haushalt erlaubt wären, wenn sie soviel kupfer abgeben würden, dass es für mensch, tier und pflanzen kritisch wäre...
 

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hallo all,
machen wir also mal ein bisschen "Hausfrauenchemie" :
Kupfer ist ein Edelmetall, welches von oxidierenden Säuren (Salpeter-, Schwefelsäure) angegriffen wird. Bei verdünnten Säuren muss ein Oxidationsmittel vorhanden sein, damit das elementare Kupfer in die Ionenform überführt werden kann. Kupfer bildet an der Luft ( Sauerstoff = Oxidationsmittel) Cu(I)- oder Cu(II)- Oxid. Diese Oxide bilden eine Schutzschicht und verhindern weitere Oxidation.
Kupfer + Wasser (neutral) : es passiert praktisch nichts.
Kupfer + Regen (leicht sauer) : geringe (!!) Mengen Kupfer werden oxidiert.
Kupfer + Lauge (pH=14 !) : Bildung von Kupferhydroxid.
folglich werden bei Jürgens Versuch in dieser kurzen Zeitspanne algizide oder biozide Kupferionenmengen mit Sicherheit nicht freigesetzt.
Da Kupfer als Spurenelement auch für Pflanzen sehr wichtig ist, "freuen" sich diese sogar über den "Nährstoff".
Ähnliches gilt übrigens auch für Zink. Es bildet sich eine dünne,stark haftende Zinkoxidschicht, die weitgehend Umwelteinflüssen gegenüber inert ist.
@firewally: Der Mensch verträgt wesentlich höhere Cu-Konzentrationen. Deshalb kann im Leitungswasser der Cu-Gehalt relativ (!) hoch sein. Eine algizide Wirkung ist trotzdem noch nicht vorhanden. Dosis venenum est, da hast du völlig recht.
Widerspruch ERLAUBT :D
Gruss, Eugen
 

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