Lotos im Teich überwintern?

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Hallo zusammen!
Habe im Frühjahr unseren Filtergraben vergrößert und dort zwei Lotos gepflanzt. Nun habe ich aber das Problem, das ich kein richtiges Rhizomstück erkennen bzw. ertasten kann. Ich habe nur dünne Ausleger zwischen den einzelnen Blättern ertasten können, aber kein dickeres Rhizomstück. (Kenn mich überhaupt nicht damit aus, wo sich eigentlich weitere brauchbare Rhizome bilden) Der Zusatzteich hat einen Durchmesser von 2,5 m und ist 70 cm mit Schlamm und Sand aufgefüllt, deshalb komme ich nicht mehr an die Originalrhizome heran, die ich in die Mitte des Teiches geplanzt habe. (Versinke im Schlamm und das Wasser hat nur mehr 8 Grad)
Reicht es aus wenn ich den Teich mit Styroporplatten abdecke oder sollte ich doch lieber eine Umwälzpumpe durchlaufen lassen? Der Winter in Österreich ist ziemlich kalt, voriges Jahr hatten wir im Schwimmteich eine 40 cm dicke Eisschicht.
Habe im Sommer nur 30 cm Wasserstand zwischen Schlammschicht und Wasseroberfläche.

LG aus Österreich
 

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Hallo,

also ich würde an Deiner Stelle den Teich mit einer dicken StyroporPlatte abdecken (sollte schon einige cm haben), sodass alles dick (bis über den Rand) bedeckt ist. So sollte der Lotos schadfrei durch den Winter kommen.

Wie du schreibst, kommst Du nicht mehr richtig an die Rhizome ran, da ist es besser, dann im Teich zu überwintern, als zu versuchen die Pflanzen auszugraben. Wenn Du die Rhizome nicht richtig ertasten kannst und sie beim herausnehmen aus dem Schlamm beschädigt werden, ist es mit ihnen vorbei. Deshalb lieber dick abdecken.

Ich überwintere meine Lotos im Mörtelkübel im Freien auch nur dick mit Styropor und Luftplsterfolie isoliert (ca. 20 cm). Wir hatten hier den letzten Winter unter -20°C und Anfang April, als ich alles entferne war auf dem Wasser sogar noch eine ca. 4 cm dicke Eisschicht. Der Lotos hat trotzdem dieses Jahr wunderschön geblüht.


Grüße

Stefan
 

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hallo stefan,

das mit dem isolieren (stirodur etc.) ist ein zweischneidiges schwert :)

vor jahren habe ich mal messungen durchgeführt mit meinem gut isolierten filter - isolation ist eigentlich nur ein verzögerer, d.h. wenn du außerhalb drei nächte 20grad minus hast, so hast du auch in deinem kübel nach dem 3tag ca. 15° minus, erwärmt sich aber dann deine umgebung so benötigt das innere des kübels aber auch 3 tage um sich an die erhöhten außentemp. anzupassen.

das problem liegt daran daß du im inneren keinerlei wärmequelle hast.

gruß jürgen
 

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Hallo Jürgen,

dazu kann ich nur sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass es bei mir jedenfalls funktioniert. Es war hier bei uns letzten Winter über einen langen Zeitraum (dürften über 2 Wochen gewesen sein) extrem kalt - mehrere Nächte unter -20°C und Dauerfrost. Da müßte nach Deiner Rechnung der Mörtelkübel völlig durchgefroren sein, was aber definitiv nicht der Fall gewesen sein kann, da die Nelumbien sonst jämmerlich erfroren wären. Wie gesagt, es war zwar, nach dem entfernen der Isolation eine Eisschicht auf dem Wasser, die in den 2 Kälte-Wochen durchaus dicker war, die Isoliermethode mit Styroporplatten und Luftpolsterfolie hat aber trotzdem ein Durchfrieren der Kübel verhindert und das, obwohl die Kübel frei im Gelände stehen und NICHT im Boden eingegraben sind.

Ich bleibe dabei, dass es jetzt besser ist, den Teich dick abzudecken, als die Rhizome beim Heraussuchen zu verletzten.


Grüße

Stefan
 

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Hallo,

Winterschutz ist eine wirklich komplizierte Sache. Es kommt immer drauf an was man da schützen will, und danach muss man dann die passende Methode suchen.

Lotos habe ich schon ohne jeden Schutz im maximal 20 cm tiefen Wasser überwintert. Er hat mit Ach und Krach überlebt, aber ideal war das sicher nicht.

Bei uns hat es regelmässig Tiefstwerte von minus 20 ° und darunter. Voraussetzung dafür sind sternklare Nächte und eventuell noch ein kalter Wind. Der Nachthimmel ist wirklich eiskalt und seine Kältestrahlung lässt die Temperaturen rasant absinken. Dabei kann es auch zu sehr merkwürdigen Effekten kommen, z.B. Frost im Gewächshaus während es draussen keinen Frost hat. Das Phänomen kennt ihr von eurem Auto. Die Kältestrahlung dringt durch die Scheiben und die Luft im Auto/Gewächshaus wird kalt. Wenn keine Luft von Aussen nachfliessen kann, dann wird die beschränkte Luftmenge drinnen sehr schnell sehr kalt - kälter als es aussen ist. Im Auto hat man dann am Morgen vereiste Scheiben, im Gewächshaus ist dann alles erfroren. Dagegen hilft Lüften. Wenn die Autoscheibe einen Spalt offen ist, dann vereisen die Scheiben nicht weil ein Temperaturausgleich mit der Umgebungsluft stattfindet. Auch Gewächshäuser muss man in solchen Nächten lüften.

Das war jetzt die Kälte durch Strahlung. Aber es gibt auch die Kälte durch die Lufttemperatur. Um die geht es bei dem Posting von Jürgen. Wenn ich einen Raum von der Strahlung abschirme, dann fällt darin die Temperatur in Abhängigkeit von der Lufttemperatur. Wie Jürgen erklärt hat, passiert das mit Verzögerung und darin liegt das Problem. Bei sehr empfindlichen Pflanzen arbeitet man tatsächlich mit einer Wärmequelle unter der Isolierung. Das braucht keine starke Wärmequelle zu sein, denn die zu erwärmende Luftmenge ist gering. Meistens geht es auch nur um einen sehr begrenzten Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Die meisten Pflanzen kommen aber ohne so eine Heizung aus, bei ihnen kommt es dann nur darauf an, dass man vor einer extremen Frostperiode wirklich alles dicht gemacht hat, und dass man sobald es wieder wärmer wird, wieder auf macht.

Werner
 

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Hallo Werner,

mit der Strahlungskälte habe ich auch schon eine äußerst unliebsame Erfahrung gemacht, die mich schließlich einige meiner Tillandsien aus meiner Sammlung gekostet hat, obwohl es durchaus hochandine Arten waren, die zwar den dort herrschenden trockenen Frost ertragen aber nicht die mit dem Frost im Gewächshaus gleichzeitig einwirkende hohe Luftfeuchtigkeit, das war dann doch zuviel.

Dieses Jahr hatte ich zum Glück noch keinen Frost im Gewächshaus, obwohl es bei uns hier letzte Nacht schon sehr kalt war, kleinere Wasserflächen, wie etwa in den Mörtelkübeln, waren alle zugefroren und die Lotosblätter sind bereits erfroren. Auch bei den "kalten" Bananenstauden, die in Hausnähe untergebracht sind, zeigen sich doch schon stärkere Frostschäden, was aber nichts ausmacht, die werden vor dem Einräumen sowieso gekappt.

PS: Deine S. natans bekommst Du nächste Woche :)


Grüße

Stefan
 

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hallo stefan,

solltest du deinen kübeln im freien etwas gutes tun wollen, für wenig geld, hätte ich einen tip.

wenn die möglichkeit besteht, nimm einen billigen 12V lampentrafo aus dem baumarkt (der steht im trockenen) - schließe daran eine kleine autobirne an (5-10W) an und hänge diese birne in den kübel unter die isolierung.

es besteht keine brandgefahr, da die birne nicht sehr heiß wird - es besteht keine gefahr durch strom da niederspannung und du wirst überrascht sein was diese kleine birne bei guter isolation heizt.

je nach wattzahl deines trafos, kannst du daran bis zu 12 kübel mit 10W birnen heizen und der stromverbrauch hält sich wirklich in grenzen.

gruß jürgen
 

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Hallo,

Eis isoliert natürlich auch. Irgendwo habe ich sogar gelesen um wieviel es das tut, bzw. um wieviel es kälter werden muss damit eine Eisdecke auf einem Teich nochmal um 1 cm wächst. Den Text finde ich jetzt natürlich nicht :-( ... Aber es war schon deutlich. Fazit war, dass in unseren Breiten normalerweise bei 30 cm Eisdicke Schluss ist. Für dickeres Eis muss man sich dann schon Richtung Sibirien bewegen.

Beim Lotos im Teich hätte ich keine Bedenken, der packt den Winter schon. Schlecht ist halt, dass man ihm im kommenden Frühling keinen frühen Start im Haus ermöglichen kann. Deswegen werden sie frei in einen Teich gepflanzt von Jahr zu Jahr mickriger und sind irgendwann weg. Lotos im Kübel im Freien überwintern - das habe ich mich bisher nicht getraut. Allerdings habe ich einen Kunden in der Schweiz der das seit Jahren macht. Er baut einen Kasten rund um den Kübel, deckt den Kübel ab, füllt alles mit trockenem Laub auf, und macht einen Deckel auf den Kasten. Bei ihm funktioniert das prima.

Werner
 
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