Richtige Verwendung von Phosphamin?

BlackKnight

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Liebe Teichexperten,

ich habe mit dem Einsatz des Phosphatbinders Phosphamin grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht - leider habe ich damit immer wieder ein Problem: Phosphamin in Wasser gelöst gibt eine milchige Brühe. Wenn man diese in den Teich gibt, setzt sich das Phosphamin auf nachwachsenden Pflanzenblättern im Teich ab und schädigt diese.

Ich habe es schon mit einem Filterbeutel im Zufluss probiert, was aber mein Problem auch nicht löst. Da ja die ganze Wachstumsperiode über Blattpflanzen nachwachsen, weiss ich schlicht und einfach nicht mehr weiter, wie ich den Phosphatbinder bestmöglich in den Teich einbringen kann.

Hat jemand einen Tipp für mich?

Viele Grüße, Olaf
 

mitch

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Hallo Olaf,

und wie kommt der Phosphatbinder nach dem Binden bestmöglich aus den Teich, oder verbleibt das Zeug im Teich?
 

BlackKnight

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Hallo Mitch,

das Zeugs sinkt auf den Boden des Teiches und bildet dort eine "Schicht" - es verbleibt im Teich. Das Phosphat wird „ummantelt“ und in ein nicht lösliches Mineral gewandelt. Dadurch wird den lästigen Faden- und Pinselalgen die Nahrungsgrundlage entzogen.
 
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RKurzhals

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Hallo Olaf,
Deine Frage ist gut, und läßt sich auch ohne nähere Kenntnis des "Phosphamins" beantworten. Du gibst einen nicht wasserlöslichen chemischen Zusatz in Deinen Teich, der ein noch schwerer lösliches Salz (irgendein Schwermetallphosphat) bilden soll.
Im Ergebnis hast Du eine niedrige "aktive" Konzentration des Phosphatbinders und (!) eine niedrige Konzentration des "störenden" Phosphats.
Es entstehen schwerlösliche Kristalle; nun rate mal, ob große oder kleine ;)? Kleine Kristalle (bzw. "Schwebstoffe") setzen sich schlechter ab, als große, von möglicher Aufladung (die eine Sedimentation be- bzw. verhindert) mal ganz zu schweigen.
Für eine Phosphatentfernung gibt es auch andere Optionen.
Du findest hier im Forum einiges über Eisen/Eisenspäne als Phosphatbinder. In hartem Wasser gibt es kaum gelöstes Phosphat (und die Frage nach dem Binder stellt sich nicht). Ein anaerob arbeitender Filter baut folgende Verbindungen sukzessive ab (als alternative Sauerstoffquellen): Nitrat - Sulfat - Phosphat.
Diese drei nur als Anregung. Stell' uns Doch mal Deinen Teich vor ;)!
 

BlackKnight

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Stell' uns Doch mal Deinen Teich vor ;)!

Erst einmal danke für die umfangreiche und fundierte Antwort. Da ein Bild mehr als 1.000 Worte sagt, habe ich ein aktuelles Foto von heute Morgen angehängt.

IMG_20170330_081918.jpg 

Der Teich liegt sehr nahe an der Terasse und hat einen kleinen künstlichen Bachlauf (oben). Oben links steht erkennbar ein Apfelbaum, der viel "Dreck" macht ;) . Oben am Bacheinlauf befindet sich eine kleine Niedrigwasser-/Sumpfzone.

Der Teich liegt die meisste Zeit in der prallen Sonne, was sicherlich schon ein großes Problem darstellt. Es sind einige Goldfische darin, die nicht gefüttert werden. Hinzu kommen zwei Kröten. Es sind mehrere Seerosen im Teich, deren Blätter im Sommer fast die Hälfte der Oberfläche bedecken. Zusätzlich setze ich im Sommer Schwimmpflanzen ein, um mehr "Nahrung" aus dem Teich zu ziehen.

Im Teich befindet sich eine Oase Aquamax 6.000-Pumpe, die das Wasser in einen Oase Biotec-Filter mit angeschlossenen Bitron 18C UVC-Licht (18 Watt) pumpt. Von dort aus fliesst das Wasser über den Bachlauf zurück in den Teich.

Vor einigen Jahren waren noch ein Oberflächen-Skimmer im Teich und ein Oase-Teichbelüfter - was aber nicht wirklich zum Algenschutz beigetragen hat. Aufgrund der ständigen Probleme mit beiden Geräten habe ich diese wieder aus dem Teich entfernt.

Wenn Wasser verdunstet, wird es mit Leitungswasser wieder aufgefüllt.

Ich versuche abgestorbene Blätter und Pflanzen so gut es geht mit einem Kächer heraus zu fischen - es bleibt aber immer noch genügend organisches Material im Teich übrig. Ab und zu habe ich im Frühjahr auch mit einem Teichsauger den Schlamme vom Grund entfernt - mache das aber nicht wirklich gerne. Ist mir irgendwie ein zu großer Eingriff in den Teich...

Ich muss dazu sagen, dass ich ziemlicher Garten- und Teichlaie bin und halt versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas zu tun. Phosphamin hat mich in den vergangenen zwei Jahren über den Sommer gerettet, ist aber aus verschiedenen Gründen nicht wirklich optimal. Von Chemie und Wasserwerten habe ich so viel Ahnung, wie eine Kuh vom Schlittschuh-laufen...

Viele Grüße, Olaf
 

Wetterleuchten

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Hallo Olaf und Willkommen hier bei den unheilbar Teichviruskranken :hehe5

Als erstes solltest du mal klären, ob du wirklich ein Phosphatproblem, also zu hohe Phosphatwerte hast. Besorge dir einen entsprechenden Test und teste damit das Teichwasser und zusätzlich auch das Leitungswasser. Keine Sorge, bei den Tests sind die Werte erklärt, also ob sie kritisch oder unkritisch sind. Alternativ kannst du den Phosphatwert deines Leitungswassers auch beim Versorger erfragen od. googeln und Gartenmärkte und Aquarienhändler machen so einen Test auch mal kostenlos als Kundenservice, wenn man frägt. Lass dir aber dann keine Mittelchen aufschwatzen.
Algen sind ja auch nur Pflanzen und bis zu einem gewissen Grad völlig normal in einem Gartenteich. Fadenalgen kann man auch mal abfischen, wenn sie zuviele werden.
Phosphat ist ein Pflanzen-Nährstoff (für alle deine Wasserpflanzen) und deshalb auch dringend nötig, wenn ein bestimmter Wert (sthet auf den Tests oder hier im Lexikon) nicht überschritten wird.
Bei erhöhten Phosphatwerten denke ich zuerst an tierische Phosphat-Ausscheider, in deinem Fall die Goldfische. Evtl Besatz reduzieren?
 

BlackKnight

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Besorge dir einen entsprechenden Test und teste damit das Teichwasser und zusätzlich auch das Leitungswasser.
Bei erhöhten Phosphatwerten denke ich zuerst an tierische Phosphat-Ausscheider, in deinem Fall die Goldfische. Evtl Besatz reduzieren?

Hallo Beate,

danke für Deine Hinweise :)

Phosphat-Test habe ich eben mal bestellt und ist, dank Amazon Prime, morgen auch schon bei mir. Die Goldfische waren schon in dem Teich, als wir das Haus gekauft haben. Da ich immer einen Naturteich haben wollte, habe ich die Goldfische mal "los" werden wollen. Die sind aber verdammt schlau. Ohne das Teichwasser massiv abzulassen, bekomme ich die mit dem Kächer nicht aus dem Teich und wüsste dann auch nicht wohin mit ihnen. Mein gutes Herz :hehe5

Ausserdem kommen ab und zu zwei Graureiher und eine 1,20 m lange Ringelnatter vorbei, um sich an der "Goldfisch-Snackbar" zu versorgen. Die würde ich schon sehr vermissen...

Liebe Grüße, Olaf
 

Wetterleuchten

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Ausserdem kommen ab und zu zwei Graureiher und eine 1,20 m lange Ringelnatter vorbei, um sich an der "Goldfisch-Snackbar" zu versorgen.
Dann hast du ja eine Besatzreduzierung ;)
Mir ging es so ähnlich wie dir, als wir unser Grundstück samt Teich frisch erworben hatten. Eigentlich hätten wir gerne einen Naturteich gehabt, aber da waren viele bunte Fischlein drin und mein Mann hatte die sofort als zur Familie gehörig erklärt, dass ich ihnen bloß nicht auf die Pelle rücke. Aber Reiher sehen die von weitem leuchten, inzwischen haben wir keine Goldfische mehr ...
Bei Algen dachte ich immer: "Ui, "böse", nicht dass ich Ahnung von Algen speziell oder Teichen allgemein gehabt hätte, aber wenn man dann versucht sich einzulesen oder etwas googelt, wird man förmlich zugeballert mit vermeintlichen Algenproblemen und angeblichen Mitteln dagegen. Da aber unser Teich insofern ein "Naturteich" ist, dass baulich keine Filterung geplant war und dafür auch kein Platz vorhanden war, haben wir erst mal beobachtet und versucht, die grundsätzlichen biologischen Ablaufe zu verstehen und zu unterstützen. Klappt ganz gut, allerdings mit periodisch auftretenden Algen"massen". Wir versuchen die dann zu einem großen Teil rauszuziehen, bevor sie absterben und neues Algenfutter bieten, Mit einem Besenstiel oder einer Klobürste kann man die regelrecht aufwickeln. Allerdings mache ich das nicht mehr im Frühling/Frühsommer, weil die Algenwatten da Versteck und Nahrungsquelle für Kaulquappen sind.

Teichbelüfter, gerade im Sommer wenn es heiß ist, kann nicht schaden. Wirkt zwar nicht ursächlich gegen Algen, versorgt aber Fische und andere Wasserlebewesen mit Sauerstoff, weil die Sauerstoffsättigung mit steigender Wassertemperatur abnimmt.

Was eventuell auch noch einen Versuch wert wäre: da wo die Seerosen wuchern, ist das Wasser darunter schattig und kühl, was einerseits gut ist, andererseits können die höheren Unterwasserpflanzen dort schlecht wachsen und grundsätzlich sind alle Pflanzen, die Nährstoffe aus dem Wasser ziehen Nahrungskonkurrenten der Algen, bzw. tote Algen-Verwerter. Wenn du es also nicht schaffst, den Teich von außen partiell zu beschatten, könntest du mit Schwimmpflanzen, die nicht so einen dichten Blätterteppich bilden wie Seerosen, also z.B. Wasserknöterich oder Seekanne direkt an der Wasseroberfläche eine lichte Beschattung herstellen.
 

BlackKnight

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So, Phosphat-Test ist angekommen und ich habe ihn gleich durchgeführt. Sowohl im Teichwasser als auch im Leitungswasser ist kein Phosphat enthalten. Hätte mich jetzt auch gewundert, da ich ja unmittelbar vor meinem ersten Posting erst mit Phosphamin gearbeitet habe.

Nutzt Ihr irgend welche Chemie oder sonstigen Hilfsmittel zur Teichpflege (ausser Filter, Klobürste :), Teichbakterien, UVC-Licht)? Führt Ihr weitere Wassertest bei Euchen Teichen durch?

Viele Grüße und Euch allen vorab ein schönes Wochenende,

Olaf
 
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