Besatzdichte, Filterung, Wasserqualität, Tiergerechtigkeit bei Koiteichen

AW: Besatzdichte, Filterung, Wasserqualität, Tiergerechtigkeit bei Koiteichen

Hi Katja,
... vielleicht :smoki
Aber um meine eigenen Pläne geht es in diesem Thread - wie schon bemerkt - erst mal nicht.
Gruß,
Stefan
 
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Hi Stefan,
wenn die zwischen einem großen Teich mit 100G/m3 und einem top gefilterten mit einem pro m3 wählen dürften, wären die wohl im ersten.
Neben der Notwendigkeit eines geringen Besatzes ohne Filter würde ich auch eine Mindestgröße für wichtig halten.
Nur bei außreichender Tiefe gibt es im Sommer Bereichein denen es kälter ist und wo dann der Sauerstoffgehalt noch ausreichend ist.

Ein Teich hat immer einen Zufluss am Frischwasser, ansonsten wäre es ein Weiher.
Für eine Entfernung von Stoffen, die sich über die Zeit akkumulieren, ist also auch in einem filterlosen zu sorgen.

Der verfügbare Sauerstoffgehalt am frühen Morgen ist einer der limitierenden Faktoren.
Der Stickstoffkreislauf kommt bei genügend Volumen und nutzbarer Oberfläche schon gut in Gang.

Ich kenne Koihalter, die nur mit einem Filterteich gut klar kommen.
 
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Hallo Stefan,

@Nik: du schreibst, dass du das abfiltern möchtest, was die Kois aufwühlen... das sind aber nur zu einem gewissen Teil "kritische" organische Reste... hinzu kommen Algen und Plankton (welche die Koi ja schätzen, die außerdem die Wasserqualität verbessern), außerdem "suspended solids", also Lehmpartikel, die chemisch neutral sind, außerdem "irrelevante" organische Reste, also z.B. Zellulosefasern, Huminstoffe etc., die keine Wirkung, oder sogar positive (ionentauschende, chelatbildende) Funktion haben. Wie siehst du das - einfach auf diese biologischen Effekte verzichten, und trotzdem rausfiltern?
das ist nun kurz zu beantworten, da ich nun weiß, dass du den Kompromiss in der Spannweite von einem Koi/1m³ und 100g Koi/m³ suchst.

Ich suche den auch. Gedanklich läuft der auf ein möglichst vollständiges System hinaus, welches ich aber in mancher Hinsicht begrenzen will. Primär ist es die mechanische Vorabscheidung, weil die das Niveau der organischen Belastung eines Systems vorab schon senkt. Das hat gar nicht mal so viel mit den paar Koi, sondern mit allgemeinem organischen Eintrag zu tun und den werde ich aufgrund der Umgebung überdurchschnittlich haben. Ist sowieso immer eine Einzelfallbetrachtung. Mein Teichlein ist mir in diesem Sinne erstaunlich interessante Spielwiese.

Ich will nichts gegen Null senken. Am Ende aller Prozesse im Teich steht als sichtbares Resultat vor allem Schlamm. Auch den will ich nicht vermeiden, aber wenn ich den vor allem im Pflanzenbereich zulasse und über eine gewisse Menge hinweg einen Überlauf an Schlamm abschöpfe, dann muss ich mich um zunehmende Verschlammung schon mal nicht kümmern. Das bringt in Sachen Schlamm auch Kontinuität ins System.
Da Pflanzen eine mehrfach wichtige Rolle spielen, muss ich für eine Umgebung sorgen, die deren Ansprüche erfüllt. Das ist so wenig Widerspruch zur Fischhaltung, dass ich den gedanklich vernachlässigen kann. Aus Erfahrung weiß ich, dass eine anspruchsvolle Pflanzenhaltung schwieriger als (eine sowieso schon extensive) Fischhaltung ist. Funktioniert das mit den Pflanzen, partizipiert die Fauna und läuft mit wie sie sich ergibt oder wie wie man die einsetzt (und kontrolliert).

Das sind schon weitgehend konkrete Vorstellungen, wie das aussehen und wie das beeinflusst werden soll. Dafür ist auch eine gewisse Trübung notwendig. Das wird sich in der Praxis einpendeln müssen und es ist gut möglich, dass manche vorgesehene Beeinflussung völlig oversized sein wird. Ein Problem ist die Wasserbewegung, ich würde gerne auf häckselnde Magnetpumpen verzichten. Es wird bevorzugt ein luftgepumptes Schwerkraftsystem werden. Biologische Filterung im Sinne von Hel-X und so einem Kram wird es nicht geben, weil nicht notwendig. Ein maßgeblicher Grund, warum meine Pflanzenaquaristik so gut funktioniert, ist der weitgehende Verzicht auf Substratfilterung. Eine über das notwendige Maß hinausgehende Filterung hat ein deutlich höheres Problempotenzial als gemeinhin angenommen wird.

Beinahe superkurz geworden ... :engel

Mit freundlichem Gruß, Nik
 
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Wow, Nik und Jörg - tolle Beiträge von euch beiden, "food for thoughts" - Vielen Dank :oki !
Ich glaube, das bringt das Thema hier wirklich weiter!
Gruß,
Stefan
 
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Hallo

Super Thread hier.
Endlich wird mal versucht Tiergerecht ohne übertriebene Filterung und Umwälzung unser Hobby zu betreiben.
Ich habe schon seit 20Jahren Koi und hab zuviele in einem kleinen Teich gehalten.
Dies mit den üblichen Folgen wie Krankheiten, Wachstumsstopp durch schlechte Wasserqualität etc. Auch ich hab dann versucht durch hohe Umwälzung und Filterung das ganze im Lot zuhalten. Mit viel Aufwand an Ernergie wahr das bedingt machbar.

Lange Jahre hab ich von eienm Tiergerechteren großen Teich geträumt und hab viel gelesen.
2010 bin ich dann angefangen zu bauen mit einem Teich der über Luftheber betrieben wird und über Vorfilter, Pflanzenfilter und Kiesfilter gefiltert wird.
Seit 2011 ist Wasser drin und 30Koi +2Störe von einem Meter.
Ich hab pro Koi 10m³ Wasser und bis jetzt läuft alles sehr gut und das Wasser ist klar.
Die Fische wachsen und sehen Gesund aus.
Umwälzung läuft zwischen 6,5 und 10m³/Std.
Mulm ist nur im Pflanzenteich, der Fischteich ist fast komplett sauber.
Ich bin davon überzeugt das es so bleibt, werde aber oft belächelt.
Meine Technik braucht nur 42Watt Strom.

Durch meinen Teich und mein Wissen was ich mir angelesen habe, bin ich auf die Idee gekommen Luftheber mit Vorfilter zu kombinieren.
Ich bin da also ganz eurer Meinung das auf diese Art der Filterung ( Luftheber, Vorfilter, Pflanzenfilter) viel mehr umsteigen sollten und anstatt das Geld in teure Energie und Technik zu stecken in ein bischen mehr Folie für einen größeren Teich zu investieren damit die Fische mehr Platz haben.
Die meisten bauen eh 2,3,4 mal und dann meistens immer größer, da kann man es auch gleich richtig Tiergerecht machen.

Ihr könnt es euch bei Interesse gerne anschauen kommen.

Gruß
Norbert
 
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Hallo allerseits,
dieser Thread ist ein bisschen eingeschlafen... vielleicht kann man ihn ja wiederbeleben.

Inzwischen konnte ich mit unserem eigenen Teich - Besatz mit drei Koi von mittlerweile je ca. 2 kg Gewicht, ca. 20.000 l (d.h., um die 300 g/1.000 l), keine Filterung - Erfahrungen sammeln, die letztlich Mut machen, auch eine technikfreie Variante in Betracht zu ziehen. Eine anfängliche Algenblüte wurde durch das Besetzen mit Wasserflöhen (wohl verschiedene Arten, auch Copepoden/Hüpferlinge, Muschelkrebse u.a. sind dabei) "abgefangen" bzw. "aufgezehrt", und die Koi haben auch ohne erkennbare Probleme im Teich überwintert. Das Wasser ist mir auf jeden Fall klar genug, im Winter natürlich klarer als im Sommer, aber auch dann beträgt die Sichttiefe einen guten Meter, und die Fische halten sich ja meistens darüber auf. Das Verhalten der Koi ist sehr natürlich, ein interessanter Wechsel von Ruhe und Aktivität, Geselligkeit, an der Ufervegetation rumwursteln etc..
Meine Zweifel, ob Koi überhaupt Wasserflöhe fressen können, werden durch diese sehr lesenswerte Zusammenfassung hier http://www.oekoverein.at/files/naturnahrung.pdf weitgehend entkräftet, ja, es wird darin sogar die zentrale Bedeutung dieser Tierchen herausgestellt. Sehr interessant natürlich auch der Hinweis auf die Notwendigkeit "Sackgassen" in der Nahrungskette des Teichs zu stoppen, so z.B. Blau- oder Fadenalgen-Massenentwicklung, welche den Wasserflöhen nicht zur Nahrung dienen und die Bedeutung der moderaten Zufütterung.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Plankton bzw. Naturnahrung bei vielen Koihaltern bzw. -konzepten überhaupt nicht im Blick ist, sonst würde man das nicht so bedenkenlos herausfiltern... Klar, bei Kleinteichen mit starkem Besatz verliert Plankton seine relative Bedeutung, aber die Freude an Koi steigt vielleicht nicht so stark mit der Besatzdichte/Anzahl der Tiere, wie der technische Aufwand bei einem planktonfreien Teich zunimmt..?

@Norbert, du beschreibst deine Art der sanften Filterung; ich würde davon ausgehen, dass dadurch auch im Teich selbst immer noch Wasserflöhe anzutreffen sind ...? Im Kiesfilter dürften sie allerdings trotzdem hängenbleiben...?

Gruß,
Stefan

Wasserflohtest (Copy).jpg 
Der "Easy-Made Wasserflohtest" - Hüpft da was?
 
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Hallo Stefan

Bei meinem Kiesfilter muß das Wasser nicht durch den Kies sondern es kann auch drüber weg.
Im eigentlichen Fischteich sehe ich faßt kein Getier, das ist alles im Pflanzenfilter.

Gruß
Norbert
 
Ohne je Koi gehalten zu haben:
Ich wünsche jedem Fisch mind. 10.000L Wasser pro Kilo Fischgewicht. Und ich bin mir sicher, dass dann keine Filterung nötig wäre:engel2. Mit entsprechender Bepflanzung und ohne (bzw. minimaler) Fütterung - ist dann aber auch nicht nötig...gibt ja genug natürliches Futter:).
petra
 
Hi Norbert,
ich versteh nicht so viel von Kiesfiltern - ist das ein gängiges Verfahren so, ein Teil versickert, der andere läuft drüber? Das wäre ja für die Flöhe vielleicht nicht schlecht?

Hi Petra,
1 kg/10.000 l, ja, das ist eine ganz gute Zahl für extensive Teiche, d.h., in denen gar nicht gefüttert wird (das ist ja das wirtschaftliche Hauptkriterium bei der Karpfenhaltung). Diese Zahl stellt aber noch lange nicht die Schwelle dar, ab der z.B. mit Protein- (z.B. Fischmehl-) haltigem Futter gefüttert, oder gar gefiltert werden müsste... Interessant fände ich, ab welcher Besatzdichte bzw. bei welchen Verhältnissen ohne Filter die Gefahr einer Verschlechterung der Wasserwerte droht, oder bis zu welcher Dichte eine alleinige Getreidefütterung das Angebrachte wäre. Da muss ich noch weiter recherchieren, aber hier schon mal noch bissel (sehr interessante) Literatur:

https://www.zobodat.at/pdf/Oesterreichs-Fischerei_39_0105-0112.pdf

aus http://www.oekoverein.at/files/absetzvolumen.pdf:
"Auf Grund langjähriger Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass die Menge der großen Daphnien stets zwischen 20 und 40 Individuen pro Liter Teichwasser liegen sollte [...]. Bei geringerer Abundanz wächst die Gefahr, dass die Reproduktionsfähigkeit nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Hier muss der Teichwirt durch verstärkte Futterung diesen Naturnahrungsmangel auszugleichen versuchen. Bei Abundanzen von weit über 40 Individuen pro Liter sollte die Fütterung reduziert oder gar eingestellt werden, da die Naturnahrung ungenügend genutzt wird"

Gruß,
Stefan
 
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Hallo Stefan

Ein Kiesfilter sehe ich nur als letzte Stufe zur Feinstfilterung in Fischteichen und ob es meine Version so gibt??
Ich hab einen ca. 15m langen Bach der 30cm tief und ca. 60cm breit ist. Über die gesamte Länge sind unten 3 Drainagerohre drin die dann mit 10cm Kies abgedeckt sind.
Obendrüber laufen dann ca. 10cm Wasser.
In der Mitte des Baches hab ich nun mit ein paar Steinen eine Stauung gemacht, so das das Wasser 3-4cm aufgestaut wird. Nun kann ein Teil des Wassers durch den Kies sickern und was zuviel ist geht oben durch die Stauung. Das klappt bis jetzt wunderbar und ich würde dies wieder so machen.
Dies hat auch den Vorteil das die Fische nicht in den Pflanzenfilter kommen.

Im Pflanzenfilter und im Bachlauf bis zur Stauung sehe ich ganze Wolken an Getier.

Aktuell hab ich 30Koi im 300m³ Teich mit einer Umwälzung von 10m³/h ohne Vorfilter.

Da meine Koi deutlich sichtbar wachsen und wir hier sehr belastetes Grundwasser haben mit dem ich nachfüllen muß, werden die Tage mit Wassertrübung immer mehr.
Deswegen hab ich nun die biologische Oberfläche durch Helix (1l Helix / 3m³ Wasser) vergrößert und bin nun wieder zufrieden.
Die Pflanzen sehen schon bald so aus als ob sie nicht mehr genug bekommen.

Auch wenn es den Fischen evt. nichts ausmacht sollte doch Ziel in diesem Hobby sein das man seine Fische sieht.

Gruß
Norbert
 

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