Was für ein Krebs ist das?

AW: Was für ein Krebs ist das?

Hallo Frank,

dann sind entweder wir Bayern dem Rest der Welt
mal wieder ganz weit voraus :D, oder Deine Info über
stehende Gewässer ist vielleicht veraltet ? :lol
Meines Wissens gilt das so für alle Bundesländer:

AVFiG (Verordnung zur Ausführung des Fischereigesetzes für Bayern)

Der Besatz des Edelkrebses ist dem Fischereiberechtigten ohne besondere behördliche Erlaubnis gestattet (§ 19 Abs. 2 AVFiG).

Der Besatz des Steinkrebses in nicht geschlossene Gewässer bedarf der Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde (§ 19 Abs. 3 AVFiG).

Der Besatz mit allen anderen Krebsarten ist in Gewässer jeder Art(also auch in Teich- und Hälterungsanlagen) verboten (§ 19 Abs. 7/2).

Gruß
Andy
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Was für ein Krebs ist das?

ich glaube, ich gebs langsam wirklich auf, mich für die einheimische tierwelt einzusetzen. manche leute lernen es offenbar einfach wirklich nie:mad:
(womit ich aber nicht die personen meine, die unwissentlich nicht erwünschte tiere in ihre gartenteiche setzen, sondern die, die es wider besseren wissens tun!)


ich habe den Krebs aus einem See, der nur 150 m entfernt ist. Es gibt die hier schon und sicherlich auch in der gesamten Umgebung, da die ja wohl auch ganz schöne Wege über Land zurücklegen könne. Was passiert also, wenn er aus meinem Teich wegwandert????? Das gleich, was passiert, wenn er aus 150 m Entfernung wegwandert!
Das diese Entwicklung erschreckend ist, habe ich ja schon mehrfach hier erwähnt. Mir ist sie ja erst durch Euch überhaupt bekannt und bewußt geworden.
Mir ist nur der Unterschied nicht klar, ob er in einem öffentlichen See oder in meinem Garten wohnt.

der unterschied ist, dass das eine vor langer zeit mangels fachwissen geschah und heute nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, während das andere mutwillig geschieht und absolut vermeidbar ist;)

überlege doch mal, was es bedeutet, wenn einer amerikanische krebse bei sich im gartenteich ansiedelt, auch wenn er - wie in deinem fall - solche im gewässer nebenan schon hat. er vergrössert damit im endeffekt nur den radius, den die krebse selbstständig erreichen können. warum dies gefährlich ist, habe ich im vorigen beitrag schon dargelegt.

angenommen, teichbesitzer nr. 1 setzt die amis in einen gartenteich, der 100 meter vom (schon mit amis besiedelten) freien gewässer entfernt ist, kann man schon damit argumentieren, dass die krebse ja auch selbstständig vom gewässer so weit wandern könnten und die eigenen daher nicht gefährlich seien. nun wird aber der teichbesitzer nr. 2 kommen, der 100 meter von nr. 1 und somit 200 meter vom gewässer entfernt ist, und das gleiche argument bringen ("die krebse von nr. 1 könnten die 100 meter ja selber zurück legen, deshalb sind meine keine zusätzliche gefahr"). dann kommt teichbesitzer nr. 3, der 300 meter vom gewässer aber nur 100 meter von nr. 2 entfernt ist, wider mit dem gleichen argument. so wird man dann schnell mal mit diesem argument in sämtliche teiche amerikanische krebse setzen können.

konsequent zu ende gedacht, endet dies in einem fass ohne boden.


noch eine kleine ergänzung zu den unterschiedlichen zahlen bezüglich möglicher wanderdistanzen, die krebse an land zurück legen können:

dies ist grundsätzlich abhängig von der witterung. in feuchten nächten haben krebse keine probleme, lange an lang zu sein. krebse sind zwar kiemenamter, können aber sauerstoff im gegensatz zu den fischen auch aus der luft aufnehmen, solange die kiemen feucht bleiben. also bei regen, starkem nebel oder tau können krebse einige kilometer weit wandern. in der prallen sonne ersticken und vertrocknen sie dagegen nach kurzer zeit.

die genannten werte sind also je nach witterung und tageszeit alle richtig. dem entsprechend hätte ich in der ausfrühung oben anstatt 100 meter auch 5 kilometer nehmen können, die argumente der teichbesitzer wären in diesem radius genau gleich (un-)berechtigt ;)

Ich habe das Tier nicht von sonstwoher geholt und hier freigelassen!
Das wollte ich hier nochmal klarstellen.

das werfe ich dir auch nicht vor! ich möchte nur verhindern, dass du oder andere es noch tun;)

Knoblauchkröte schrieb:
In Überschwemmungsgebieten von Bächen/Flüssen besteht auch immer die Gefahr das diese bei einem extremen Hochwasser in die Freiheit entkommen könnten (beträfe dann aber natürlich auch fast alle Fischereizuchten, die ja meist im Einzugsgebiet von Fließgewässern liegen).

damit hast du natürlich vollkommen recht. gerade deshalb ist in der schweiz die gesetzeslage bezüglich fischhaltung auch wesentlich schärfer als in deutschland ;)

sonnenbarsche dürfen bei uns beispielsweise nicht mal in aquarien gehalten werden! (weil leider viele leute ihre aquarien einfach im nächsten gewässer entsorgen)

Knoblauchkröte schrieb:
(... und akutem Kormoranüberbestand im Winter (die hier nie heimisch waren sondern sich erst seit einigen Jahren hier breitgemacht haben)

nun mal halt lang! wir weichen zwar etwas vom thema ab, aber das kann ich so nicht stehen lassen. kormorane kamen bei uns im europäischen binnenland früher kaum vor, weil sie während jahrhunderten mit allen mitteln verfolgt wurden!

der kormoran ist eine heimische art, der seit ewigen zeiten als zug- und teilweise überwinterungsvogel an diversen binnengewässern vorkommt. der starke anstieg der zahl überwinternder tiere und auch die aufkommenden bruten an binnengewässern sind das resultat des schutzes, den er vielerorts in europa seit einigen jahrzehnten erfahren hat.

im weiteren schliesse ich mich den aussagen von Andy an.

LG
David
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Orconectes limosus geht überhaupt nicht an Land.
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Orconectes limosus geht überhaupt nicht an Land.

Könntest Du das bitte mit einer Quelle belegen? Danke

Auch wenn er nicht wandern sollte, die tödlichen
Sporen reisen auch mit anderen Tieren, in Wasser-
tröpfchen vom Winde verweht, in Angelzeug und
Taucherausrüstung etc.pp (Quelle: Oidtmann 2000).

Da muß man echt nicht Erbsen zählen. Jede Einschleppung
ganz egal in welches Gewässer schadet unseren einheimischen
Krebsarten.

Gruß
Andy
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Danke für den Link.

Da steht zwar nix über wandern an Land,
es steht aber auch nicht da, daß der
Kamberkrebs das nicht tut.

Gruß
Andy
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Hallo Teichfreunde,

warum regelt man dieses Problem nicht über entsprechend geförderte Nachfrage????
Könnte nicht einer der Superköche ein geniales Rezept rausgeben, und alle fangen nur noch Amerikanische Krebse.
So ähnlich wurde doch in der Vergangenheit sämtlicher Bestand an einigen Tíerarten ausgerottet oder zumindest stark dezimiert.

Der Plan könnte doch funktionieren, odr?

Schöne Grüße vom Bodensee
Kurt
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

hallo Kurt

deine idee ist zwar gut, funktioniert aber nicht. es gilt als praktisch unmöglich, die krebse alleine durch intensiven fang auszurotten - das gilt übrigens auch für unsere einheimsichen arten. letztere sind ja nicht durch überfischung weitgehend ausgestorben, sondern wegen der krebspest.

nur in kleinen, isolierten gewässern ist es möglich, krebsbestände zu entfernen. dies geschieht aber auch dort nicht durch befischung, sondern durch langes trockenlegen und dem einsatz von starkem gift (z.b. fenthion).

bei intensiver befischung kann aber immerhin eine dezimierung des bestandes erreicht werden, damit die weitere ausbreitung gehemmt ist.

grüsse an den bodensee, wo übrigens auch kamberkrebse leben.

David
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Hallo David,

ich fasse kurz zusammen:

.... in einem kleinen bach, der in den see mündet, leben aber noch Dohlenkrebse (Austropotamobius pallipes; Astacus ist ja nicht die einzige heimische flusskrebsgattung ;)). diese haben dort nur nur überlebt, weil es bei der mündung einen kleinen künstlichen absturz und eine kurze eindolung gibt - hindernisse, die die krebse aufwärts nicht überwinden können. ...

---> Lampetra spec. tot.

...der kormoran ist eine heimische art, der seit ewigen zeiten als zug- und teilweise überwinterungsvogel an diversen binnengewässern vorkommt. der starke anstieg der zahl überwinternder tiere und auch die aufkommenden bruten an binnengewässern sind das resultat des schutzes, den er vielerorts in europa seit einigen jahrzehnten erfahren hat. ...

--->Thymallus thymallus zumindest dezimiert, dafür kann der Vogel allerdings nichts, sondern der Mensch, der erst dessen Feinde ausrottet, und anschliessend nichts tut um der Massenvermehrung zu begegnen.


...nur in kleinen, isolierten gewässern ist es möglich, krebsbestände zu entfernen. dies geschieht aber auch dort nicht durch befischung, sondern durch langes trockenlegen und dem einsatz von starkem gift (z.b. fenthion)...
David

---> Alles tot.

Ich kann nur hoffen, das mit Melanies Kindern mal eine Generation heranwächst, die durch selbstständige Beschäftigung mit der Natur , bessere Ideen hat, ohne immer wieder Fehler zu wiederholen. Dazu begrüsse ich die Nichtachtung von menschengemachten Gesetzen ausdrücklich, falls der Verzicht des Kaufs beim Fischer und die anschliessende Aufbewahrung des Abendbrot in einem geschlossenen System = Gartenteich als solches verstanden wird.

Etwas googeln hat mir bestättigt das in Melanies Umgebung immer noch 3 Krebsarten gemeinsam vorkommen.

mfg Jürgen
 
AW: Was für ein Krebs ist das?

Hi Jürgen!

canis schrieb:
.... in einem kleinen bach, der in den see mündet, leben aber noch Dohlenkrebse (Austropotamobius pallipes; Astacus ist ja nicht die einzige heimische flusskrebsgattung ). diese haben dort nur nur überlebt, weil es bei der mündung einen kleinen künstlichen absturz und eine kurze eindolung gibt - hindernisse, die die krebse aufwärts nicht überwinden können. ...


---> Lampetra spec. tot.

was haben denn die neunaugen damit zu tun???


canis schrieb:
...der kormoran ist eine heimische art, der seit ewigen zeiten als zug- und teilweise überwinterungsvogel an diversen binnengewässern vorkommt. der starke anstieg der zahl überwinternder tiere und auch die aufkommenden bruten an binnengewässern sind das resultat des schutzes, den er vielerorts in europa seit einigen jahrzehnten erfahren hat. ...

--->Thymallus thymallus zumindest dezimiert, dafür kann der Vogel allerdings nichts, sondern der Mensch, der erst dessen Feinde ausrottet, und anschliessend nichts tut um der Massenvermehrung zu begegnen.

durch welchen natürlichen (tierischen) feind, der heute fehlt, wurde der kormoran früher reguliert?

ich glaube kaum, dass die paar fisch- und seeadler sowie baummarder - obwohl früher allesamt noch deutlich häufiger - einen effektiv regulatorischen einfluss auf die population gehabt haben...

canis schrieb:
...nur in kleinen, isolierten gewässern ist es möglich, krebsbestände zu entfernen. dies geschieht aber auch dort nicht durch befischung, sondern durch langes trockenlegen und dem einsatz von starkem gift (z.b. fenthion)...
David

---> Alles tot.

das hat der einsatz von fenthion halt so an sich:(

Etwas googeln hat mir bestättigt das in Melanies Umgebung immer noch 3 Krebsarten gemeinsam vorkommen.

das hätte mich auch interessiert, nur habe ich nicht gefunden, wo melanie wohnt:kopfkratz

LG
David
 

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