der schleichende Tod der Insekten

Hallo Kirstin, dass hast du schön geschrieben. Ich gebe dir in deinen Ausführungen unbedingt Recht. Es ist aber letztlich ein sehr komplexes Thema, in das ich abschließend nicht genug Einblick habe. Ich habe aber einen Landwirt, der jetzt seine kleine Landwirtschaft aufgeben musste. Er klagte schon vor etwa 8 Jahren über die ungerechte Verteilung der Subventionen und hat prophezeit wo die moderne Landwirtschaft mittlerweile steht. Monokulturen, überdüngte, tote Flächen in denen es kaum noch "Leben" gibt. Junge Landwirte, die den Zugang zur ursprünglichen Landwirtschaft verlieren, etc.
Wenn ich richtig gelesen habe, dann habt ihr einen Hof mit Pferden? Dann haben wir etwas gemeinsam. :augenbraueWir haben zwar keinen klassischen Bauernhof, halten aber unsere Pferde direkt am Haus. Dazu gehört Weideland. Dort scheint die Welt für die meisten Insekten auch noch in Ordnung. Wir machen unser Heu immer sehr spät. Möglichst während der Blüte oder eben danach. Heuschrecken gibt es bei uns ohne ende. Auch die richtig großen Heupferde. Allerdings sieht es rund um diese Weide genau so aus, wie du Beschreibst. Es gibt unwahrscheinlich viele Baumschulen und vor allem Maisfelder für die Biogasanlagen. Ansonsten auch relativ viele aber sehr intensiv genutzte Vieh- und Pferdeweiden. Vielleicht ein Grund, warum wir jedes Jahr immer mehr Schwalben bekommen, wo hingegen anderswo in der Nähe bedauert wird, dass sie weg bleiben?! Früher war es bei uns in der Gegend Usus das es Ackerraine gab. Die Bauern arbeiten im Fruchtwechsel und ich weis, das es in meinem Dorf einige subventionierte Brachflächen gab. Seit dem Biogas Boom sind diese Flächen völlig verschwunden.:grrr Bei uns wurde überall Mais gesetzt. Sogar in ehemalige völlig anmoorige Flächen, die mit unwahrscheinlichem Aufwand trocken gelegt und urbar gemacht wurden. Eine schlimme Entwicklung, die uns voraussichtlich teuer zu stehen kommen wird.
Ich wünschte, ich hätte etwas mehr Platz. Leider gehört uns die Weide nicht, wenn wir sie behalten wollen, müssen wir penibel pflegen.....Das Restgrundstück ist mit Reitplatz und dem Paddock, das als Zugang zur Weide dient bebaut....Es ist aber auch so ein schmaler Grad, zwischen Tierhaltung und eventuellem Renaturieren. Bei uns wächst ohne Ende giftiger Schierling und auch das fiese JKK ist bei uns angekommen. DAS will ich bei aller Liebe zur Natur nicht auf meinen Weiden haben:raus Nichts desto trotz, gebe ich dir Recht. Es wäre wünschenswert, wenn Landwirte, durch richtige Subventionierung dazu angehalten würden etwas Naturnaher zu wirtschaften. Aber wir sind eben auch gefragt....so lange wir sehenden Auges mehr Geld für einen Liter chemisch erzeugte Cola bezahlen als für einen Liter Milch und uns unsere Nahrungsmittel weiterhin "nichts" wert sind, wird sich wohl kaum etwas ändern.

So, und jetzt gehe ich mal deine Links angucken:niceday
 
Mein Schmetterlingsflieder steht auch ziemlich einsam in der Gegend rum, nichts los mit Besuchern.
Die Einzigen, die etwas häufiger vertreten sind, sind hier die Hummeln .
Auf unserm waren heute mindestens 20 bis 30 Stück.... zumeist Tadpfauenaugen einige Kohlweislinge und zwei Füchse oder so was
 
Salü
Wieder ein wunderbares Beispiel wie nahe gut und schlecht beieinanderliegen.
Ein nützlicher Strauch der Sommerflieder und dennoch gehört er zu den Neophyten und damit zu den unerwünschten Pflanzen welche sich invasiv vermehren und einheimische Pflanzen verdrängen.

Hab gezählt. Auf wie viele bist du gekommen ?
 
Hab gezählt. Auf wie viele bist du gekommen
Ich hatte den Vorteil da 10 Minuten zu stehen und bin ab 60 Stück immer er wieder durch einander gekommen weil mal irgendwo etwas die Falter störte. Mal ein Auto, mal ne kleine Briese, dann ein Vögelchen .......
Auch wenn er hier nicht heimisch ist, die Insekten freuen sich drüber bei so vielen kurz geschorrenen englischen Rasen in der Nachbarschaft. Und das Pflänzchen ist gar nicht so einfach am Leben zu halten auf dem Betonboden. Dank der vielen tollen Geräte und Mittelchen haben es sogar so einfache Pflanzen wie Gänseblümchen und Löwenzahn schwer in den Gärten.
 
Servus René

Besser hätte ich es auch nicht schreiben können ...

Wenn ich hier bei uns die Gärten ansehe ... nur mehr Monokulturen, Golfrasen, formal geschnittene Thujenhecken und vielleicht mal hin und wieder was Blühendes.

Liebe Grüße
Helmut
 
Na ja die Tuja Hecke haben wir auch und das freut die Amseln. Die brüten da wenigstens unbehelligt von den Katzen.
 
Bei uns im Garten sind zum Glück so viele Vögel, Insekten und Schmetterlinge unterwegs. :love5

Es gibt viele heimische Vogelnähr-Gehölze und Stauden. Es wird nichts gespritzt.....die jungen Pflanzen müssen selbst "lernen" gegen div. Befall von z. B. Blattläusen anzukommen und die Vögel helfen super mit.
(Mit den Jahren sind die Rosen super abgehärtet.)

Aber ich habe mir auch die ein oder andere Pflanze für "mich" gekauft......ich glaube das "Verhältnis" stimmt.;)

Unsere Nachbarn verjagen die Vögel aus ihrem Garten, weil sie ihre Kirschen klauen.....und wundern sich, dass sie viele Schädlinge an den Pflanzen haben (wogegen sie dann Gift spritzen)....schade, dass sie den Zusammenhang nicht wahrhaben wollen.:wand
 
Ich habe leider auch festgestellt das weniger Schmetterlinge unterwegs sind.
Als aber vor ca. einer Woche der Sommerflieder zu blühen angefangen hat ... siehe da, die Schmetterlinge sind in großer Zahl und in vielen Arten da.

Hier ein Distelfalter auf einer Taglilie.

Liebe Grüße
Helmut
 

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