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Biologische Schneckenbekämpfung

Dieses Thema im Forum "Haus und Garten" wurde erstellt von Wetterleuchten, 2. Juni 2019.

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  1. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    Mich würde jetzt einfach mal interessieren, wie ihr das so handhabt, Schnecken empfindliche Kulturen giftfrei durchzubringen, mit welchem Aufwand und mit welchen kurz- bis langfristigen Entwicklungen über die Jahre. Dieser thread soll so eine Art (nicht repräsentativen) Überblick geben, wer das überhaupt praktiziert, wie und mit welchem Erfolg. Und es soll auch Leute wie mich ermutigen, das mal konsequent durchzuziehen.

    Im Frühbeetkasten hatte ich noch Ferramol angewendet, nach dem Abbau in der Freiland-Gemüsekultur aber darauf verzichtet. Folglich waren Kohlrabi und Brokkoli deutlich angefressen. War jetzt nicht wirklich schlimm, ich hatte ohnehin eine gewisse Überproduktion an Jungpflanzen und wusste schon gar nicht mehr, wohin damit :rofl

    Trotzdem habe ich, als auch noch die Stangenbohnen gesteckt waren, angefangen, morgens vor der Arbeit in der Umgebung des Gemüsebeets Steine und Mulch umzudrehen und Töpfe und Kübel abzusuchen. In knapp einer Woche machte ich ca. 200 bis 300 Weg- und Ackerschnecken dingfest. Die weniger werdenden Fraßschäden schienen anzuzeigen, dass der größte Schneckendruck ums Beet herum beseitigt war.

    Gestern kamen die ersten Bohnenkeimlinge raus und meine Nervosität ging durch die Decke. Also kaum dass es dunkel war nochmal ne Runde drehen. Der erste, der mir am Beet durch den Lichtstrahl der Taschenlampe kroch, war ein fast ausgewachsener Schnegel und ich war gottfroh, dass ich keinen Ferramolwall um die Bohnenstangen hatte. Auf dem Beet dann eine kleine Nacktchneckenarmee, zwei oder drei der Bohnenkeimlinge waren schon nicht mehr zu retten. Aber ich hab genug zum nachstecken :hehe
    Heute morgen keine weiteren Fraßschäden. Aber das wird jetzt wohl bis auf weiteres meine Abendbeschäftigung werden.

    Mein Sohn, der Profigärtner, schwört indessen auf Kulturführung: Hochbeete (bisschen blöd bei Stangenbohnen), mulchen mit Sägemehl und den Eissalt opfern oder gleich zur Ablenkung pflanzen.

    Sägemehl wäre für mich vielleicht eine Option, dann müsste ich nur noch die absammeln, die durchkommen. Sohnemann meint, es hielte Ackerschnecken auf, spanische Wegschnecken eher nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2019
  2. troll20

    troll20 Mitglied

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    Wenn schon biologisch dann konsequent.
    Also die Natur machen lassen und Frassfeinde sogar unterstützen.
    So das ein Gleichgewicht entsteht, dann sollte es von alleine passen. Ab und an werden zwar bestimmte Arten Stärker anzutreffen sein, aber das regelt die Natur von alleine.
     
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  3. senator20_2000

    senator20_2000 Mitglied

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    Ganz einfach die schnecken an Koiˋs verfüttern... :lala5:lala5 aber ich hab dieses Jahr außer Weinbergschnecken noch keine anderen gehabt. Selbst vor ausgewachsenen Weinbergschnecken macht unser 75cm kein halt....
    aber das ist bei unserem sandigen Boden auch kein wunder, da er einfach zuwenig wasser speichert, nun meine Frage was für Boden habt ihr?
     
  4. Knoblauchkröte

    Knoblauchkröte Experte Mod-Team

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    Hi Beate,

    spanischen Nacktschnecken sind bei mir im Garten und auch rundum seit 3-4 Jahren kaum noch zu sehen. Der letztjährige heiße, trockene Sommer hat dann auch noch aus denen die die Igel und Rabenkrähen übriggelassen haben zum Großteil "luftgetrocknete Salami" gemacht. Dieses Jahr hab ich erst 2 "größere" Exemplare gefunden und wie die Kartoffelkäfer als Dünger in den Teich werfen müssen:D

    MfG Frank
     
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  5. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    :rofl
    Aber der Reihe nach

    @senator20_2000
    Mit Heidesand kann ich nicht dienen, mein Boden ist das glatte Gegenteil: schwer, lehmig, sehr gut wasserspeichernd. Schwarzwald eben und über Regenmangel können wir uns auch weniger beklagen als die meisten anderen in D. Weinbergschnecken, überhaupt Gehäuseschnecken sind bei mir tatsächlich kein Problem, weil wir kalkarmen Boden haben. Koi oder sonstige Fische hab ich keine, nur Molche und wenn die Schnecken fressen wollten, brauchen sie sich nur im Teich an den zahlreichen Spitzschlamm- und Posthornschneckennachwuchs halten. Die haben glaub ich wenig Lust auf Schleimbiester.

    Da würde ich ja auch gerne hin wollen, aber ich bin da eher pessimistisch. Dafür sind wohl die Distanzen zwischen "unbehelligtem Unkraut-/Heckenbereich" und Kulturflächen zu gering in meinem Garten. "Düngen" mag ich meinen Teich jetzt auch nicht unbedingt, ich bevorzuge das Tauschgeschäft Brennesseln und Beinwell aus Gräben und von Hundespazierstrecken gegen Schnecken, was für mich ganz praktisch ist weil ich meist mehr von den Pflanzen für Mulch und Jauche brauch, als mein kleiner Garten liefern kann.

    @troll20
    Dass es mir hier speziell um ein paar Quadratmeter Kultur statt Natur geht, ist aber schon klar? ;) Stangenbohnen, Liebstöckel und Brokkoli sind in unserer Natur ja völlig unüblich aber halt seeeehr beliebt bei unseren natürlichen Schleimern. Also ganz ohne Eingriff geht das nicht, wenn man mehr sehen will als abgefressene Keimlinge. Als natürliche Feinde sehe ich bei mir aktuell nur die Tigerschnegel und um die mache ich mir keine Sorgen denen gehts gut, die haben jede Menge Unterschlüpfe und Futter. Igel evtl. auch, aber ich habe den Eindruck dass die bei uns nur sehr sporadisch unterwegs sind. Ob das an der hohen Katzendichte in meiner Gegend oder an etwas anderem liegt, weiß ich nicht.
    Von ein paar Beeten und Kübeln abgesehen, lässt sich die Garten-Gesamtsituation am ehesten so beschreiben:
    Biologische Schneckenbekämpfung_591679_IMG_20190603_085111_7.jpg_jpg

    Zwischenstand bis jetzt:
    In direkter Umgebung des am meisten gefährdeten Beets bis jetzt zwei Schnegel entdeckt und natürlich in Ruhe gelassen. Die scheinen ortstreu zu sein oder immer um die gleiche Zeit die gleiche Strecke abzuarbeiten. Ähnliches scheint auch für die Acker- und Wegschnecken zu gelten. Von daher stellt sich vielleicht gerade sowas wie ein räumlich sehr eng begrenztes "Gleichgewicht" ein. Mal schauen wieviele "Nachrücker" aus dem Unterholz sich auf den Weg machen und wieviel Appetit die Schnegel haben.
    Bodendeckende Pflanzen, Stein- und Totholzhaufen und sonstige "naturnahe Bedingungen" sind halt nicht nur toll für Insekten, Ohrenzwicker Asseln, Tausendfüßler, Igel, Vögel und sonstige Kleintiere sondern auch für Schnecken. Man kann das eine nicht ohne das andere haben.
    Spanische Wegschnecken schleimen bei Berührung wirklich extrem im Gegensatz zur genetzten Ackerschnecke. Dass Igel erstere eher nicht fressen wollen kann ich absolut nachvollziehen.
    Ziel ist nach wie vor, das Gemüse rein mechanisch soweit groß zu bekommen, dass ihm "normaler" Schneckenfraß nicht wirklich was anhaben kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juni 2019
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  6. Ls650tine

    Ls650tine Mitglied

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    Wenn es sich nur um ein "paar" qm Nutzgarten handelt, mach doch einen Schneckenzaun. Das Bild ist von 2013 und ich hatte nur im ersten Jahr "Restschnecken" Alles ohne Chemie :)
    Und in meinen Blumenrabatten sammel ich weiterhin ab.
    Und wie schon Frank schrieb... auch hier bei Stuttgart gab es wirklich wenig Schnecken die letzten 2 Jahre. :oki

    Biologische Schneckenbekämpfung_591681_IMAG0178.jpg_jpg
     
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  7. troll20

    troll20 Mitglied

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    Jein mein Beitrag war in dem Fall eher allgemein gehalten, denn auch andere die über die Suche hierher finden, sollten darüber nachdenken.

    Und vor allem war es in keinem Fall böse gemeint :kaffee
     
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  8. Wetterleuchten

    Wetterleuchten Mitglied

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    Neenee René, ich hab das nicht böse verstanden und auch meinerseits nicht so gemeint.
    Für mich ist das ja so eine Art "Forschungsprojekt" (aber eins meiner Lieblingsgemüse möchte ich dafür höchst ungern opfern. Es stimmt, Natur machen lassen, da bin ich ganz bei dir und unterm Strich macht sie ja auch alles richtig. Problematisch wird halt, wenn einem das Ergebnis nicht passt, dann kann die Enttäuschung übel werden. Ich versuche jetzt halt so eine Art win/win-Situation zu erreichen. Und ja, andere, die was über "Schädling"sbekämpfung suchen, dürfen da ruhig auch drüber nachdenken. :)

    @Ls650tine

    Hm, ja Schneckenzaun, war ich ja immer im Zwiespalt, ob sich der Aufwand lohnt. Andererseits halten die Dinger ja auch ewig.
     
  9. Ls650tine

    Ls650tine Mitglied

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    Ja, hab ich mich auch gefragt, ob sich die Ausgabe für den Zaum rechnet. Und Läuse an den Bohnen hab ich trotzdem:grrr
    Aber... da der ganze Ärger mit den Schnecken ausbleibt ... macht sich das Ganze wieder profitabel... für mein Nervenkostüm :kippe
     
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  10. Vogel

    Vogel Mitglied

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    Ich hab ehrlich gesagt kein Problem mit Schnecken. Wenn es so warm ist gibts bei uns kaum Nacktschnecken. Um meine geliebten Beete habe ich Metallzäune angebracht. Die sind hübscher als das grüne Plastik, was man üblicherweise sieht, und die Schnecken werden nicht getötet. Sie schaffen es einfach nicht über den Zaun und kriechen dann zum Nachbar. :p
     
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