Die Saubermänner für den Teich: Bachflohkrebse

Nikolai

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Ja Jörg, ich kann mich noch gut errinnern, da waren alle Vereinsgewässer und das waren fast alle Gewässer in der Umgebung, für viel Geld mit Stacheldraht abgesperrt. Viel Arbeit investieren sie auch für die Anlage von Aufschüttungen, damit man trockenen Fußes bis zum Wasser gelangt.
Aber wir kommen vom Thema ab.

Meine Erfahrungen sehe ich durch David´s und Wolfgang´s Ausführungen bestätigt. Der Bachflohkrebs ist ein sehr Anpassungsfähiges Tier, und ist überall dort anzutreffen wo genügend Sauerstoff vorhanden ist und es nur wenige Fressfeinde gibt.
Damit ist er ein idealer Besatz für Bachläufe, die als Filter betrieben werden.
In meinem Pflanzen- und Filterteich finde ich immer wieder vereinzelt Bachflohkrebse. Aber zu einer massenhaften Vermehrung kommt es nicht. Ich vermute, daß die Stichlinge den Nachwuchs fressen.
Meine Beobachtungen im Aquarium zeigten, daß der Bachflohkrebs ein recht guter Schwimmer ist, aber scheinbar nahezu blind ist. Bei Störung flüchtet er erst bei direkter Berührung und schwimmt scheinbar orientierungslos davon.

Gruß Nikolai
 
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AW: Die Saubermänner für den Teich: Bachflohkrebse

Hallo Nikolai, hallo alle zusammen,

vor genau einem Jahre hatte ich ein ähnliches Thema.
"Wasserflöhe als Putzkolonne" oder so.
Irgendjemand meinte, "wenn ich Probleme mit dem Teich habe kippe ich 20 Liter Flöhe rein und das Problem ist erledigt" (Algen).
Das fand ich Klasse und habe rumtelefoniert um irgendwo 1- 2 Eimer Flöhe herzubekommen, Fehlanzeige. Also habe ich das nicht testen können.

Wo kann man den Bachflohkrebs herbeziehen? In unseren Bächen konnte ich noch keine größeren Vorkommen feststellen.
Was gibt es für Zuchtempfehlungen für den Reinigungstrupp?

Grüße

Thomas
 

Knoblauchkröte

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Hi Thomas,

die Vermehrung von Gammarus pulex findet wohl hauptsächlich in den Wintermonaten statt. Vom Spätherbst bis Frühling finde ich sie beim bacheln gehen meißt zu zweit beim krebseln:D. Im Sommer/Herbst haben sie scheinbar keinen Bock mehr auf ein Nümmerchen:oops

MfG frank
 
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Nikolai

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Hallo Thomas,

eine Massenvermehrung bekommst Du nur dann, wenn Du alle Fressfeinde fernhältst.
Im Gegensatz zu Wasserflöhen wächst nur eine Generation im Jahr heran. Wie Frank schon beschrieben hat, paaren sie sich im Januar. Dann trifft man sie oft paarweise schwimmend an. Das eine Tier, wahrscheinlich das Mänchen, sitzt in Löffelchenstellung oben auf. Selbst auf der Flucht lösen sie sich nicht voneinander. Das Weibchen betreibt Brutpflege und führt bis zu 20 kleine Krebse mit sich. So steht es im Lehrbuch.
Das Paarungsverhalten konnte ich schon oft beobachten. Die kleinsten Krebse, die ich bisher sichtete, sind aber schon mindesten 5 mm groß. Vielleicht liegt es daran, daß ich zur falschen Jahreszeit Proben genommen habe. Vielleicht können uns da die Makro-Spezialisten Bilder liefern.

Gruß Nikolai
 

Nikolai

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Hallo Thomas,

abweichend zum Thema mal kurz etwas zu Wasserflöhen.

Wasserflöhe lassen sich leicht züchten, in dem Du einen Maurerkübel unauffällig an sonniger Stelle plazierst.
Befüllst Du diesen mit Teichschlamm und fauligem Laub bekommst Du zunächst eine stinkende Brühe. Schnell setzt sich der Schmodder ab. Zunächst wirst Du sehr viele Mückenlarven bekommen, aber bald setzt auch die Massenentwicklung von Wasserflöhen ein. Das Wasser wird absolut klar. Einen Zuchtansatz brauchst Du gewöhnlich nicht. Selbst in Regentonnen finden sie sich schnell ein, da die Eier im Trockenstadium über die Luft als Staub verbreitet werden.
Diesen Sommer hatte ich einen Versuch gestartet. Dabei habe ich einen Zulauf in eine Regentonne geschaffen, und über einen Filter das Wasser wieder in den Teich zurückgepumpt. Die Regentonne habe ich dann mit Wasserflöhen besetzt. Leider blieb eine Massenentwicklung aus. Der Grund dafür war sicher, daß sich da ein paar Jungfische eingeschlichen hatten. Wohlgenährt holte ich sie im Herbst heraus.

Gruß Nikolai
 

canis

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Zum Thema Bachflohkrebse und Fressfeinde: ein Massenaufkommen ist definitiv auch mit dem Vorhandensein von Fressfeinden möglich. Ich kenne diverse Gewässer, die zeitweise ein Massenaufkommen haben und in all diesen leben diverse Fressfeinde (namentlich Bachforellen und andere Fische). Ob eine Massenvermehrung stattfinden kann, hängt meiner Meinung nach viel mehr davon ab, ob die Nahrungsgrundlage und die Lebensraumparameter stimmen.

Generell haben die Fressfeinde in offenen Gewässern wohl wenig bis gar keinen Einfluss auf den Bachflohkrebsbestand. Im Aquarium schaffen es Fische aber wie gesagt schon, die Population zu zerstören. Im Teich dürfte dies wohl auch noch möglich sein. Jedoch bereits im grösseren naturnahen Weiher und im kleinen Bach halte ich dies für absolut unmöglich, in grossen Gewässern sowieso.


Wo kann man den Bachflohkrebs herbeziehen? In unseren Bächen konnte ich noch keine größeren Vorkommen feststellen.

Ausser in den genannten Gewässertypen (mit den genannten rechtlichen Einschränkungen) wird es wohl nicht möglich sein, Bachflohkrebse zu beziehen. Zoohandlungen führen diese Tiere nicht. Oft sind Bachflohkrebse ganz oder verarbeitet in Fischfutter enthalten, diese stammen jedoch meistens aus Wildfängen (Zuchten sind mir keine bekannt).

LG
David
 

Knoblauchkröte

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Hi David,

es gibt im Aquarienfachhandel (als Zuchtansatz für Lebendfutter) schon eine Flohkrebsart die erwerbar ist, sich wohl auch sehr leicht züchten läßt und äußerst anspruchslos ist. Allerdings stammt die aus Mexiko ist und nicht winterfest - also nichts für den Gartenteich:(

MfG Frank
 

Nikolai

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:hallo

Bachflohkrebse als Fischfutter ständig der Natur zu entnehmen ist sicher nicht der richtige Weg. Aber einen Zuchtansatz aus einem gut besiedelten Gewässer herauszuholen sollte keinem Schaden.
Da sich die Bachflohkrebse in meinem Teich offensichtlich halten, nur die Vermehrung zu wünschen übrig läßt, werde ich im kommenden Jahr eine Filtertonne damit besetzen. Bisher hatte ich immer das Problem, daß sich die Oberschicht im Filter mit Schwebepartikeln zusetzt. Eine regelmäßige Reinigung war dadurch unerlässlich, obwohl das darunterliegende Filtermaterial gerade mal eingefahren war. Bauartbedingt mußte ich bisher immer den kompletten Filter reinigen.
Meine Überlegung geht nun dahin, einen Filter so anzulegen, daß seine Oberfläche, geschützt vor Fressfeinden, mit Bachflohkrebsen angesiedelt werden kann. Diese, so stelle ich mir das vor, würden ständig die Oberfläche abgrasen und für einen guten Durchfluß sorgen. Verhindert man, daß sie ausbüchsen können, sollte damit auch eine Zucht möglich sein.
Vielleicht hat ja schon jemand diesbezüglich Erfahrungen gesammelt. Eine Wortmeldung dazu wäre sicher interressant.

Gruß Nikolai
 
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Hallo alle zusammen,

mit der Mückenlarvenzucht klappt immer gut..., die kann man aber gut verfüttern. (Hat dieses Jahr aber auch nix genützt...)
Mit den Flöhen, wußte ich nicht, das die sich von allein ansiedeln und das man sie in eine "Mordertonne" halten kann. Der aktuelle Tip ging dahin, mit Hefe füttern.
Ich habe mal welche im ZOOfachhandel geholt. Keine Ahnung, wieviel lebende unter dem Lebendfutter waren, es waren wenige und eine Massenvermehrung gab es auch nicht...
Bei Züchtern in unsere Nähe konnte ich keine größeren Mengen beziehen, die füttern sicher alle "Kraftfutter".

@ Nikolai, wie funktioniert den Dein Filter? Ich habe in meinem Filterbach einen kleinen Teich integriert. Der Teich dient zur Pflanzenanzucht. Dort könnte man Bachflökrebse ansiedeln. Aber wie will man verhindern, das alle übern Teichrand hopsen? Wenn ich ein Gitter anbringe, wird der Eintrag in den Teich den Abfluß verstopfen. Ich muß mal überlegen, der Teich wäre gut für solche Zuchten.
Ersteinmal muß ich den Bachflohkrebs im Januar erwischen (die spinnen...)

Als Futter und Putzkollone wären die Mexikanischen gezüchteten auch nicht verkehrt, nur bräucht man auch hier ab und an mal eine größere Menge. Gesehen habe ich die bisher nur trocken in kleinen Tüten.

Grüße

Thomas
 

Buffo Buffo

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Hallo in die Runde!
Deshalb dieser Thread, um Erfahrungen auszutauschen.
+
Es gibt eine Gammarus-Art, die in Seen lebt:Gammarus lacustris
Lange bevor ich das Internet + das Forum hier als informationsquelle entdeckt habe, hatte ich aus einem nahen Baggersee kleine Flohkrebse gefangen und in meinem Teich eingesetzt.
Die habe ich nie wieder gesehen. Zu dieser Zeit hatte ich im Teich Phoxinus phoxinus und Lepomis gibbosus, die könnten die kleinen Krebse wohl gefressen haben.
Bei meinem jetzigen Fischbesatz sind die Bitterlinge die "größten" Brocken im Teich, im kommenden Jahr könnte ich es noch einmal mit den "Baggerseekrebschen" versuchen. Als potenzielle Fressfreinde kämen jetzt nur noch Libellenlarven in Frage.
Die Saubermänner für den Teich: Bachflohkrebse
Wie geschrieben, Fohkrebse kann ich bei mir keine finden, aber Wasserasseln. Auch sie ernähren sich von den pflanzlichen Überrresten im Teich, gelten gemeinhin aber als Indikator für organisch belastetes Wasser .
sauberes Wasser heißt was anderes als reinlich in Sinne von Schlamm, Mulm Laub, ect:D (auch stark verschlammte Gewässer können die Gewässergüteklasse 1 haben:dream)
Damit sind eher "chemische" Belastungen gemeint wie Nitrat, Nitrit, Phosphate, ect aus dem Abwasser:D
Stark verschlammt ist mein Teich nun nicht gerade, aber Mulm, Laub ect hat es genügend, :oops Nitrat, Nitrit, Phosphat habe ich dieses Jahr zum 1. Mal gemessen - nichts davon ist nachweisbar, der Sauerstoffgehalt sollte durch die reichliche submerse Bepflanzung passen - den Fischen ging es das ganze Jahr hindurch gut.

Also futtern die Assel-Saubermänner was sie so finden, und in der Sedimentschicht wachsen die Seerosen ganz prächtig.

Aber - egal ob die "Saubermänner" im begrenzten Lebensraum "Gartenteich" nun Flohkrebs, Wasserfloh oder Assel heisen, die Sedimentschicht nimmt zu.
Im reinen Pflanzenteich wird das lange keine Probleme machen, will man nun Fische halten, bedarf es mMn eines weiteren "Saubermannes": des Teichbesitzers!
Die Überlegung, mit der Ansiedelung von "Saubermännern" ....
Irgendjemand meinte, "wenn ich Probleme mit dem Teich habe kippe ich 20 Liter Flöhe rein und das Problem ist erledigt" (Algen).
Probleme im Teich zu beseitigen halte ich für trügerisch.
Die kleinen "Saubermänner" erfüllen wichtige biologische Funktionen, sei es als Futter für andere oder Detritusfresser - Problemlöser können sie nicht sein.
Liebe Grüße
Andrea
 
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