Muss ein Fisch schwimmen, um sich wohl zu fühlen?

...Und dazu zählen u.a. angemessener Platz ebenso wie Futter und Sozialkontakte zu Artgenossen...

Zunächst mal gehst du in deiner Schilderung und dem Vergleich mit der Mastzucht von einem Extrem aus und dann kommt wieder die Geschichte mit artgerecht und angemessener Platz. Definiere das doch mal... Welcher unserer Teiche ist artgerecht und welcher nicht, wo liegt die Grenze? Aber jetzt bitte nicht die üblichen Faustformeln wie je Koi 2.000 Liter oder der erste Koi 10.000 und jeder weitere 1.000... denn diese Aussagen sind ja auch nur Mutmaßungen, die sich rein auf die Größe beziehen.

Am Ende geht es daran, dass die Fische gesund leben und das heißt eben gute Wasserwerte, gutes Futter und eine Pflege, die sie widerstandsfähig gegen äußere Einwirkungen wie Parasiten und Bakterien machen, im übrigen ohne Medikamente :flüstern. Und ob sie letztlich einen riesigen See mit all seinen Gefahren der beschaulichen und (meist) aufopferungsvoll gepflegten Anlage im Garten vorziehen würden? Die Frage kann niemand beantworten...
 
Definiere das doch mal... Welcher unserer Teiche ist artgerecht und welcher nicht, wo liegt die Grenze?
Das kann ich nicht....und ich bin mir sicher: das kann niemand:lala5
Ich halte keine Fische in meinem Teich. Obwohl er sicherlich für einen Haufen von Goldfischen groß genug wäre...oder für ein paar 'kleine' Koi, die - habe ich ja jetzt gelesen - eigentlich nicht schwimmen müssen:i.

Es bleibt im Endeffekt jedem selber überlassen, was er wie in seinem Garten geherbergt. Ich verstehe einfach nur nicht, warum man große Fische in einem zu kleinen Becken halten will:kopfkratz. Wer hat da den Nutzen oder den Vorteil: der Mensch oder das Tier?
petra
 
Ich denke domestizierte Tiere sind eh nicht mit dem Begriff artgerecht in Einklang zu bringen. Wie hält man Katzen artgerecht? In der Wohnung oder draußen wo sie überfahren werden? Aber das weicht weit com Thema ab.
 
Hi Florian,

wobei sich sämtliche Fische aber ja auch net so domestizieren lassen wie Wolf (Hund), Auerochse (Kühe), Steinböcke (Ziegen), Wildschwein (Haussau) das sie dann heute kaum noch in der freien Natur überlebensfähig sind - Fische, Katzen, Vögel behalten immer ihre "wilden" Instinkte und "sollen" die auch mal ausleben können und selbst obrige entlaufene domestizierte Haustiere fallen, wenn sie Überleben, innerhalb weniger Generationen wieder in die Wildformen zurück - z.B der Dingo in Australien sind wieder verwilderte Haushunde, Dier Mustangs in den USA stammen von entlaufenen Pferden der ersten Eroberer/Siedler ab, die gefährlichen Wildsäue und wilden Ziegen auf den Karibischen Inseln/Südamerika von als Fleischlieferanten ausgesetzten trägen Hausschweinen/Ziegen

wenn man so will werden übrigens rund 99% aller Koi - auf ihre artgerechten Lebensbedingungen/Verhalten hin - eh alles andere als artgerecht gehalten.

Ist ja net mal allein die Gewässergröße. Karpfen stammen von Natur aus alle aus großen, eingetrüben (bevorzugen kein glasklares Wasser) und sedimentreichen Tieflandflüssen(ihr Rüsselmaul und auch die Barteln haben sich eigentlich nur deswegen entwickelt um Futtertiere wie z.B Schlammröhrenwürmer und Zuckmückenlarven aus dem weichen Schlamm auszusieben)
Doch welcher kleine oder große Koiteich hat schon so was (trübes Wasser und dicken Bodensubstrate zum durchwühlen) - und dann wurden sich die Leute warum ihre Fische dann eher artuntyisches Verhalten zeigen wie das oft in sauberen, bodengrundfreien Teichen beobachtete "die machen alle Pflanzen kaputt":bored

MfG Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Jap, da stimme ich dir zu was deine Aussagen angeht.
Als "Hochzuchtform" ist der Koi vielleicht nicht das Musterbeispiel für domestizieren, aber er weicht schon stark von der Naturform ab.
Auch das Selektieren nach Schönheit, anstatt nach Robustheit ist ja nicht das, was in der Natur passieren würde.

Wenn man jetzt außer den Wasserparametern, genügend Nahrung und anderen Grundbedürfnissen weiter forschen möchte,
dann müsste man vielleicht mal erforschen wie es um die Wahrnehmung, oder das Gehirn steht.
Wie denken, oder fühlen Koi?
Haben die ein einfaches (Urinstinkte), oder erweitertes Bewusstsein für ihre Umgebung?

Gibt es darüber Forschungen, Berichte oder Erfahrungswerte von Koibesitzern?
 
Bezüglich Berichte, wenn auch nur angelesen:

Bei steinigen Bodengrund lutschen sie gerne an den Steinen herum und vertragen sie.
Würde ich dem Urinstinkt zuordnen ...

Du siehst Dir doch den MK-Blog auch an:
Bei größeren Teichen drehen sie zu 100% immer ihre Runden, wenn sie nicht gerade nach Futter betteln.
Deshalb würde ich meinen (deine Ausgangsfrage) ist es schon wichtig das sie genügend Platz zum schwimmen haben.

Früher (Anfang der sechziger Jahre) hat man Karpfen in den Fischgeschäften auch in Aquarien gehalten, die nicht viel größer waren als der Karpfen selbst. Also rein zum Überleben geht's auch in so einem "Sarg".

Liebe Grüße
Helmut
 
Tach zusammen!

Meines Erachtens nach sollte demTier schon ein gewisser Freiraum zugesprochen werden.
Ob ein kranker Koi ein großes Becken braucht, obwohl er kaum schwimmen kann, sei eine Frage an sich, aber das soll nun nicht heißen, dass alle anderen Tiere in kleinen Becken gehalten werden müssen. Viel wichtiger ist doch, dass gerade kleine Teiche mit hohem Fischbesatz eine entsprechend intensive "Reinigung" benötigen, große Teiche hingegen nicht so schnell aus dem Gleichgewicht geraten können. Ich habe auch keinen klassischen Koiteich, sondern einen Teich mit Koi. In Zukunft wird es sich auch nicht ändern, steriles Wasser gibt es nicht. Abends ist es sehr amüsant zu beobachten, wie die Bande zwischen den Pflanzen hin und her wuselt um leckere Schnecken, Mückenlarven und anderes Kleinviech bis zur Alge hin aus dem Dickicht zu zupfen. Die Tiere haben somit eine Beschäftigung und warten nicht nur darauf bis die "Alte" mal was reinwirft ;)
 
Vergleich bar mit manchem Koi wäre es dann wohl der Katzentransportbehälter.
Dann eher übertragen auf den Menschen ein Dixi für eine 4köpfige Familie als Wohn Ess Schlaf ..... Bereich ohne bzw mit max. einmalige Reinigung im Monat
 
ich kann die Aussage von Frau Dr. Lechleiter nicht nachvollziehen und verstehe
so eine Aussage von einer Tierärztin überhaupt nicht. :ach

Warum nutzen die Koi's, falls sie in einem grösseren Teich sind, die ganze Wasserfläche, wenn
sie, wie Frau Lechleiter meint, nur einen mini Teich benötigen ? Also gerade mal so gross,
um den ganzen Tag lang stillzustehen und zu wachsen.
Traurig traurig, aber so sind die Ärzte. Würde so einen Arzt meiden.
Léon
 

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